Dr. Helmut Martens

"Wissenschaft ist eine wunderbare Angelegenheit, solange man nicht von ihr leben muss" (Albert Einstein)

Blog:


Ein neues Buch, zwei Aufsätze und Buchmanuskripte, Umsetzungsaktivitäten und offene Planungen

Abschluss der Arbeiten der letzten Jahre

Vor fünf Monaten habe ich noch ungeduldig darauf gewartet, dass das Buch zu dem voraussichtlich letzten empirischen Forschungsprojekt, an dem ich als Mitglied der DoFAPP-Projektgruppe (www. dofapp.de) noch einmal mitgearbeitet habe, endlich erscheint. Nun wird „Betriebsratshandeln zwischen Prävention und Innovation" Anfang September in der Study-Reihe der Hans-Böckler-Stiftung erscheinen, die die Reihe „edition Hans-Bövckler-Stiftung in elektronischer Form weiterführt. Die Projektgruppe hatte zwischenzeitlich Mitte Juni die Möglichkeit, die Ergebnisse gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di auf der Tagung „ digital - mobil - mitbestimmt. Prävention und Gute Arbeit der Zukunft" zu präsentieren. In meinen letzten Beiträgen zum Thema „Neue Wirtschaftsdemokratie" habe ich wiederholt auf die Empirie aus diesem Projekt verwiesen. Nun wird sie endlich öffentlich zugänglich.

Noch wichtiger ist mir ein zweites Buchmanuskript. „In Beunruhigender und unheimlicher Zeit. Gegen die „marktkonforme Demokratie" den schwierigen Weg zur Demokratie als Lebensform wagen" habe ich im Frühjahr in einer ersten Fassung fertiggestellt und mehreren Verlagen angeboten. Wie das aber so mit Arbeiten ist, die einen besonders intensiv beschäftigen, endet die stetige „Arbeit des Feilens" (Diderot) nicht. Und da ich bislang keine attraktiven Angebote eines größeren Verlages bekommen habe, habe ich darüberhinaus im Fortgang eigener Lektürearbeit auch noch die einen oder anderen Ergänzungen und auch Erweiterungen an dem Manuskript vorgenommen. Von einer Veröffentlichung in den mir leicht zugänglichen kleineren linken Verlagen sehe ich ab: eine verkaufte Auflage, die dann vielleicht doppelt so hoch liegt wir die Zahl der Downloads von meiner Homepage, rechtfertigt aus meiner Sicht nicht den dann erforderlichen finanziellen Aufwand.

Ich suche derzeit noch weiter nach Veröffentlichungsmöglichkeiten - für dieses, wie auch für ein weiteres Manuskript mit philosophischen Texten. Aber ich habe mich zugleich auch dazu entschlossen, nun auch für einen Teil, bzw. eine erste Aufsatzfassung eines Kapitels des ersten dieser beiden Manuskripte meine Homepage zu nutzen, die ja schon immer so etwas wie eine Kunst der Aushilfen im Zuge meiner Veröffentlichungsstrategien gewesen ist. Es ist eben schwer, aus der arbeitspolitischen „Nische" herauszukommen, auf die man über ein Berufsleben hinweg festgelegt gewesen ist. Neu eingestellt habe ich deshalb unter den Texten zu Politik und Gesellschaft den Aufsatz:

  • In beunruhigender und unheimlicher Zeit -oder: es gilt, uns unsere soziale Raumzeit zu vergegenwärtigen

Der Text beginnt mit philosophischen Fragen und hätte sich insofern auch gut bei meinen philosophischen Texten einreihen lassen; aber er führt dann weiter zu politischen Erörterungen. Ferner habe ich unter den Texten zu Neuer Wirtschaftsdemokratie den Aufsatz

  • Gegen die „marktkonforme Demokratie" für eine Demokratisierung von Arbeit und Wirtschaft

in einer inzwischen weiter fortgeschriebenen und somit aktualisierten Fassung neu eingestellt. Das oben erwähnte Buchmanuskript führt ausgehend von den eher philosophisch einsetzenden Überlegungen des zuerst genannten erwähnten Aufsatzes über die stetig fortgeschriebenen Überlegungen zu „Neuer Wirtschaftsdemokratie" weiter zu der Herausforderung, unsere parlamentarische Demokratie von einer Herrschaftsform zu einer demokratischen Lebensform weiterzuentwickeln. Anbtworten auf diese Herausforderung sind aus meiner Sicht zwingend mit einer Auseinbandersetzung mit der unzulänglichen Behandlung der Demokratiefrage in der Tradition des marxistischen Denkens verknüpft. Hierauf läuft also meine Argumentation in dem erwähnten ersten der beiden Buchmanuskripte zu. Da ich die Hoffnung auf Veröffentlichungschancen noch nicht gänzlich aufgegeben habe, verzichte ich noch darauf, die Aufsatzfassung zu dem entsprechenden dritten Hauptkapitel des Manuskripts schon jetzt auf meiner Homepage zu veröffentlichen.

Parallel zur Arbeit an dem neuen Buchmanuskript, das ich selbst als einen gelungenen Abschluss eines mehrjährigen Arbeitszyklus ansehe, in dem ich mich vor allem mit den (arbeits)politischen Herausforderungen der Zeit aus sozial- und politikwissenschaftlicher, aber auch philosophischer Perspektive auseinandergesetzt habe, war ich im ersten Halbjahr 2017

(1) noch einmal mit einigen „Umsetzungsaktivitäten" zu meinen Arbeiten über „Neuer Wirtschaftsdemokratie beschäftigt. Nach einem Vortrag auf der Tagung der RLS im Februar (siehe meinen letzten Blog) rechnet hierzu auch ein Input auf der Jahrestagung des FNPA im Juni. Die Jahrestagung des FNPA - und damit auch dieser Input - wird in gewohnter Weise auf der Homepage des Forums dokumentiert. Zu der RLS-Tagung über Wirtschaftsdemokratie soll Ende dieses Jahres eine Dokumentation in Buchform erscheinen. Daneben habe ich mich

(2) seit Herbst 2016 verstärkt mit einer Vertiefung meiner mir wichtigen philosophischen Selbstverständigung im Hinblick auf Anknüpfungen an die „wiedergängerischen Gespenster der radikalen Französischen Aufklärung" und mit meinen in den Jahren zuvor trotz einer beachtlichen Zahl von Essays auf meiner Homepage ein wenig vernachlässigten literarischen Interessen beschäftigt. Bei der letzten Aktualisierung meiner Homepage im März dieses Jahres habe ich einiges dazu in den aktualisierten Einleitungstexten zu den entsprechenden Rubriken („Philosophische Texte" bzw. „Essays") geschrieben.

Ich habe diese Arbeit also zwischenzeitlich fortgesetzt. Zu meiner eigenen Überraschung erwies sich meine intensive Auseinandersetzung mit Friedrich Nietzsches Philosophie - zu der ich im August letzten Jahres einen Aufsatz auf dieser Homepage veröffentlicht habe - für mich durchaus noch nicht als abgeschlossen. Aber Philosophie ist eben, in den Worten Theodor W. Adornos, „der Gedanke, der sich nicht abbremsen lässt". Ein wichtiger Anstoß war für mich die Lektüre von Michel Onfrays Buch „Im Namen der Freiheit", einer aus meiner Sicht sehr lesenswerten Auseinandersetzung mit Leben und Philosophie des Linksnietzscheaners Albert Camus. Unter anderem schloss sich daran die intensive (Neu)Lektüre von Camus „literarischer Philosophie" an, außerdem die Beschäftigung mit weiterer Sekundärliteratur zu Schopenhauer und Nietzsche. Ein Ergebnis davon ist mein Aufsatz

  • Hegels Geschichtsmetaphysik, Schopenhauers platonische Metaphysik des Willens, Nietzsches dionysisch-rauschhafte Feier der Welt"

Ich sehe in dieser Entwicklungslinie philosophischen Denkens eine Herausforderung, an das Denken der radikalen französischen Aufklärung neu anzuknüpfen. Der Text hat eigentlich den Charakter eines Essays, in dem ich, ausgehend von einem nun erreichten Stand eigener Selbstverständigung, darüber nachdenke, wie mein nächstes mittelfristiges Arbeitsprogramm aussehen könnte. Da er dazu aber vor allem eine Vertiefung meiner philosophischen Überlegungen zum Gegenstand hat und dabei unmittelbar an meinen Nietzsche-Aufsatz anknüpft, habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, ihn unter der Rubrik „Philosophische Texte" neu einzustellen. Dieser Entscheidung gemäß habe ich dann auf eine sorgfältige Zitation sämtlicher herangezogener Quellen geachtet.

Weiterhin eher offene Planungen für die nächste Zeit

Weitere Einzelaufsätze oder Essays liegen derzeit nicht vor. Vielmehr bin ich damit beschäftigt, parallel zu weiter fortgesetzter Lektüre, an den auf meiner Homepage eingestellten philosophischen Texten und Essays die im Prinzip „endlose Arbeit des Feilens", um hier noch einmal Denis Diderot zu zitieren, fortzusetzen. Ich bearbeite diese Texte also nach der Erstveröffentlichung auf diesen Seiten zu wiederholten Malen neu, erweitere sie partiell oder spitze hie und da auch stärker zu. Vielleicht entstehen so am Ende vorzeigbare Buchmanuskripte; vielleicht aber auch nur im Einzelfall so weitgehend erweiterte Aufsatzfassungen, dass ich sie irgendwann gegen die ersten Textfassungen austausche. Das wird Zeit erfordern, wie viel, kann ich derzeit nicht sicher abschätzen.

Mehr Zeit werde ich voraussichtlich für die weitere Verfolgung meiner literarischen Textproduktion benötigen, an der ich mich zuletzt verstärkt versuche. All das spricht dafür, dass ich nicht so rasch neue Texte für diese Homepage produzieren werde; aber wer weiß. Ich werde mein arbeitspolitisches Engagement im Rahmen des FNPA sicher nicht einfach beenden, und in der Vergangenheit habe ich daraus immer wieder neue Impulse für die Fortsetzung meiner arbeitspolitischen Aktivitäten und Textproduktionen bekommen. Und schließlich sind die Zeitläufte ja so, dass nach dem absehbaren Ausgang der Bundestagswahl 2017 genügend neue Herausforderungen für weitere publizistische Aktivitäten gegeben sein werden. Und auch wenn mit fortschreitendem Alter die Neigung zu vermehrten Reflexionen zunehmen mag - die neuen tagespolitischen Ereignisse in einer „beunruhigenden und unheimlichen Zeit" werden mich schon beschäftigen. Und wenn ich dann vor meinem PC sitze, dann wird es mich vermutlich auch „in den Fingern jucken", mich dazu von meiner in langen Jahrzehnten erworbenen arbeitspolitischen Professionalität aus zu verhalten, also publizistisch aktiv zu bleiben.

Zunächst einmal wünsche ich den BesucherInnen meiner Homepage Spaß mit den darauf eingestellten Texten; und vielleicht machen die Hinweise auf meine anderweitig veröffentlichten Texte auch neugierig. Wie es dann mit der Textproduktion weitergeht, wird man sehen.

Beste Grüße

Helmut Martens

Mein Neuanlauf ist weiter in Arbeit

Das war der Tenor meiner letzten Homepageaktualisierung „zwischendurch": ich habe so etwas wie einen mehrjährigen Arbeitszyklus, aus meiner Sicht recht erfolgreich; abgeschlossen. Der darauf folgende Neuanlauf ist in Arbeit. Und das gilt immer noch. Und das führt nicht so rasch zu ersten neuen, vorzeigbaren Resultaten. Ich bin weiterhin mit Arbeiten an philosophischen Texten beschäftigt - und durch positive Feedbacks zu Zwischenergebnissen zusätzlich ermutigt: aber es gibt noch keine neuen Aufsätze zu veröffentlichen, auch nicht auf meiner Homepage. Und ich schreibe wieder Lyrik - aber auch das braucht seine Zeit. Dennoch, es gibt es Anlass für die nächste, schon länger so geplante Aktualisierung.

1. Zwischen Nostalgie und Utopie

„Die beiden Pole eines ausgeprägt modernen Empfindens sind Nostalgie und Utopie" hat Susan Sontag im Vorwort zur Neuauflage ihres 1980 erstmals in Deutschland erschienen Essaybandes „Kunst und Antikunst" geschrieben. Ich kann mit dieser These derzeit einiges anfangen:

Ich finde sie bestätigt bei einem aktuellen Anlass auf eigene ältere Arbeiten zurückzukommen, im Ergebnis meiner nochmaligen Mitarbeit an einem empirischen Forschungsprojekt meiner alten Forschungsgruppe - Veröffentlichung in einer Online-Reihe der HBS in Vorbereitung - und dann auch bei einigen „Umsetzungsaktivitäten, die sich für mich an den oben so bezeichneten „abgeschlossenen" Arbeitszyklus der letzten Jahre anschließen. Dazu rechne ich meine Referate auf zwei Tagungen im Januar und Februar dieses Jahres. Und dazu rechne ich Überlegungen, die ich, angeregt durch einen Artikel der Redaktiopn der Zeitschrift PROKLA, im Zuge von Vorbereitungen auf die Jahrestagung 2017 des „Forums Neue Politik der Arbeit" angestellt habe.

(1) „Dem Bergbau sein Erbe"

Eine Tagung im Haus Villigst, veranstaltet von GSA (Gemeinsam für eine Soziale Arbeitswelt) Ruhrkohle AG und dem Gesamtverband Steinkohle e.V. aus Anlass des Auslaufens der Steinkohlenförderung im Ruhrgebiet zum Ende des Jahres 2018 bot mir Ende Januar/Anfang Februar 2017 mit einem Referat über „ Mitbestimmung und Beteiligung als institutionellen Grundlagen von Kultur und Werten des Bergbaus" die Gelegenheit, u.a. im Rückgriff auf eigene Forschungen zur Montanmitbestimmung und zur IGBE, noch einmal den vielleicht eindrucksvollsten Teil der Wirkungsgeschichte der im Kern ja seinerzeit gescheiterten gewerkschaftlichen Neuordnungsvorstellungen nach 1945 erneut zu reflektieren. Und selbstverständlich war die Tagung - die die Geschichte des Bergbaus in der Region noch einmal sehr lebendig vor Augen führte, eine für die industriellen Beziehungen in der Bundesrepublik durchaus vorbildliche Ausgestaltung von Mitbestimmung noch einmal in Erinnerung rief und von der sich die Veranstalter „Impulse für die Zukunft im Ruhrgebiet" erhofften - nicht frei von einem manchmal auch ein klein wenig wehmütigem Blick zurück. Um den utopischen Blick nach vorne ging es den Veranstaltern bei der Frage nach möglichen Impulsen auch ganz sicher nicht; aber für mich war doch genau dieses Spannungsverhältnis zwischen Nostalgie und Utopie greifbar. Meinen Beitrag zu der Tagung habe ich auf meiner Homepage unter „Arbeit und Politik" neu eingestellt. Vielleicht macht er manche BesucherInnen meiner Homepage auch noch einmal neugierig auf mein Buch „„Gewerkschaftszusammenschlüsse und Organisationsreformen" aus dem Jahr 1997, in dem ich dem Zusammenschluss von IGBE, IGCPK und Gewerkschaft Leder nachgegangen bin, das seinerzeit von der IGBCE nicht veröffentlicht wurde und das ich im November letzten Jahres zum Jubiläum dieses Gewerkschaftszusammenschlusses auf meiner Homepage neu eingestellt habe.

(2) „Wirtschaftdemokratie neu Denken"

Demokratie nicht nur im klassischen öffentlichen Raum der Gesellschaft sondern auch in den Sphären von Arbeit und Wirtschaft zu verwirklichen, das waren Zielvorstellungen der Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert. Wirtschaftsdemokratie im Zeichen „neuer Arbeit" neu zudenken, das war aus Sicht des „Forums Neue Politik der Arbeit" seit der Weltfinanz- und neuen Weltwirtschaftskrise eine große Herausforderung und ist seitdem ein Schwerpunkt meiner wissenschaftlichen Arbeit. Insofern konnte ich die Einladung der „Rosa Luxemburg Stiftung" zu ihrer Tagung „Wirtschaftsdemokratie neu Denken" auch als Bestätigung meiner Arbeit ansehen. Auf dieser Tagung ging es also um die Suche nach neuen Perspektiven und um die Frage, ob man da heute unter den Bedingungen „neuer Arbeit" nicht davon sprechen muss unbeschadet aller sich weiter bedrohlich auftürmenden Krisenentwicklungen -, dass die „die Dynamik der Produktivität (…) die ‚Utopie' ihres traditionellen unwirklichen Gehalts" beraubt hat, so wie das Herbert Marcuse das in seinem „Versuch über die Befreiung" 1969 schon einmal formuliert hat. Die Tagung wird von der RLS dokumentiert werden. Ich stelle deshalb meinen Beitrag dazu jetzt nicht auf meiner Homepage ein. Aber ich nehme ihn zum Anlass noch einmal auf meinen Artikel „Neue Arbeit - Neue Wirtschaftsdemokratie. Gegen die ‚marktkonforme Demokratie' für eine Demokratisierung von Arbeit und Wirtschaft" zu verweisen, den ich im November 2011 auf dieser Homepage in der Rubrik „Neue Wirtschaftsdemokratie" eingestellt habe. Er ist sozusagen eine ausführlichere Darlegung meiner aktuellen grundsätzlichen Positionen zum Thema - einschließlich einiger philosophischer Hintergrundüberlegungen. In diesem Artikel fehlen allerdings, anders als in meinem Referat, nähere Bezüge auf empirische Untersuchungen, die der Frage nach den Potenzialen „neuer Arbeit"" für eine „neue Wirtschaftsdemokratie" nachgehen, nach den „Demokratischen Subjekten" also, von denen im Tagungsprogramm der RLS die Rede ist. Aber dazu sind auf dieser Homepage ja etliche andere Beiträge von mir dokumentiert.

(3) Der globale Kapitalismus im Ausnahmezustand

Die Krise der Demokratie wird auch im Zentrum der kommenden Jahrestagung des „Forums Neue Politik der Arbeit stehen", die im Juni 2017 in Berlin stattfinden wird. In einem Workshop werde ich auch dort zusammen mit Anderen die „Neue Wirtschaftsdemokratie" zum Thema machen. Im Zuge von Diskussionen über das Programm dieser Tagung habe ich im Dezember 2016 einen Artikel der PROKLA-Redaktion über „den globalen Kapitalismus im Ausnahmezustand" zum Anlass einer kleinen Intervention genommen. Im Grundsatz bin ich in Dortmund von unserer Berliner Programmplanungsgruppe für eine aktive Planungsbeteiligung zu weit entfernt, aber der dort umlaufende Artikel aus der PROKLA bot einen willkommenen Anlass - und auch hier lagen die Rückbezüge zu meiner Arbeit der letzten Jahre wieder sehr nahe. Es hat sich dann ergeben, dass meine Stellungnahme, vermutlich zusammen mit anderen, in der nächsten Nummer der PROKLA veröffentlicht werden wird. Parallel dazu stelle ich sie hier auch auf meiner Homepage unter „Politik und Gesellschaft" ein.

2. Fortgesetzte Aktivitäten

Soviel also zu meinen arbeitspolitischen Aktivitäten. Parallel bin ich unverändert mit Arbeiten zu mich stark interessierenden philosophischen und literarischen Themen beschäftigt. Sie erfordern Zeit; und ob am Ende publikationsfähige Buchmanuskripte stehen werden, bleibt abzuwarten. Jedenfalls bieten die inzwischen auf meiner Homepage versammelten Texte unter den Rubriken „Philosophische Texte" und „Essays" einiges Material. Mit redaktionellen oder auch grundsätzlicheren Überarbeitungen und Ergänzungen dieser Texte bin ich fortlaufend beschäftigt. Dazu ist derzeit nichts Näheres zu berichten; aber ich habe in den beiden Rubriken auf dieser Homepage ein paar Änderungen vorgenommen, in der Hoffnung diese Texte für Besucher meiner Homepage besser zugänglich zu machen

(1) Philosophische Texte

Die Philosophie gehört sicherlich nicht zu meinen Kernkompetenzen, aber bei der stetigen Arbeit an der besseren grundlagentheoretischen Fundierung meiner sozial- und politikwissenschaftlichen Texte war eine zunehmend intensivere Beschäftigung mit philosophischen Fragen unumgänglich. Dem Fortgang dieser Arbeit entsprechend habe ich seit 2013 in einer gesonderten Rubrik mehrere philosophische Aufsätze neu eingestellt. Vor drei Jahren wurde auch ein Buch von mir von meinem Verlag erstmals unter der Kategorie Philosophie angekündigt - und derzeit bin ich mit Arbeiten an einem eventuell zweiten, noch ausdrücklicher philosophischen Buch beschäftigt. Auch habe ich für den Schlussteil meines im letzten Jahr erschienen Buches „ Refeudalisierung oder Überwindung des Kapitalismus" den seit 2014 auf meiner Homepage unter den „philosophischen Texten" zu findenden Aufsatz „ politische Subjektivierung und ein neues zivilisatorisches Modell" überarbeitet und erweitert.

Ich habe mich entschlossen, nunmehr zum einen die alte Fassung durch die überarbeitete und erweiterte Version auszutauschen. Zum anderen habe ich nun auch meinen „philosophischen Texten" einen neuen Text vorangestellt, der gewissermaßen eine einleitende Funktion hat. Ich gehe darin zunächst mit einigen knappen Bemerkungen zu den philosophischen Grundlagen des demokratischen Projekts der Moderne auf den Stellenwert der folgenden Aufsätze für meine fortgesetzte sozial- und politikwissenschaftliche Arbeit ein. Danach komme ich kurz auf die jeweiligen Schwerpunktsetzungen der von mir unter dieser Rubrik zusammengestellten Aufsätze zu sprechen. Ich hoffe so, die BesucherInnen meiner Homepage besser auf diese Texte aufmerksam und sie ihnen zugleich eher zugänglich zu machen.

(2) Essays

Zu dieser Rubrik gibt es ja schon seit längerem einen einleitenden Text unter der Überschrift „Warum Essays", in dem ich einiges dazu geschrieben habe, weshalb und wie diese literarische Gattung, die der Philosoph der Spätrenaissance und französische Frühaufklärer Michel de Montaigne erfunden hat, für mich in den letzten Jahren zunehmend wichtig geworden ist. Immerhin zu einem Teil der hier mittlerweile versammelten 14 Essays finden sich dort auch schon kurze Bemerkungen, die BesucherInnen meiner Homepage als Orientierungshilfe nutzen können. Ich habe diesen Text nun überarbeitet - u.a. mit etwas ausführlicheren Bemerkungen zu Montaigne - und um genauere Hinweise zu einer Reihe von neueren Essays ergänzt. Damit sollten auch hier Zugänglichkeit und Anreiz zum Lesen des einen oder anderen Textes erhöht worden sein.

(3) Literarisches

Was schließlich meine Literarische Textproduktion anbelangt, so habe ich ja bei meiner letzten Aktualisierung „zwischendurch" einen Essay eingestellt - nicht unter der Rubrik Essays sondern unter den literarischen Texten, weil er meines Erachtens hierhin gehört -, der u.a. vom Schreiben, und das meint natürlich mein „Schreiben: wissenschaftlich, philosophisch (ver)dichtend" handelt. Die (Ver)Dichtung ist demnach für mich ein letzter, bisweilen vorläufig abschließender Schritt der Verarbeitung sozialer Wirklichkeit. Solche Textproduktion hat leicht einen ein wenig mediativen Charakter. Sie erfordert ihre Zeit; und Ich bin dazu bei weitem nicht immer „aufgelegt". In der Phase meines gegenwärtigen „Neuanlaufs" spielt sie für mich wieder eine gewisse Rolle. Aber anders als wissenschaftliche oder philosophische Aufsätze lässt sich solches Schreiben nicht planen. Es verbraucht also Zeit, ohne dass der Output dieses Verbrauchs deutlich absehbar ist. Man wird sehen.

Bleibt mir also jetzt nur zu hoffen, dass die BesucherInnen meiner Homepage auch dieses Mal den einen oder anderen für sie interessanten Text entdecken, oder ältere Texte besser zugänglich gemacht finden werden - und im Übrigen abzuwarten, wann ich genug Vorzeigbares für eine neuerliche Aktualisierung vorzuweisen habe.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Martens

Zwei Texte aus kurzen schöpferischen Pausen heraus

Helmut Martens
Refeudalisierung oder Überwindung des Kapitalismus?
Am Ende der industriekapitalistischen Wachstumsdynamik
248 Seiten | erschienen im August 2016 | EUR 19.80
ISBN 978-3-89965-723-4
Link zur VSA Homepage
Inhaltsverzeichnis und Einleitung als PDF
Mehr Informationen unter Punkt 3 dieses Blogeintrags

Eine Aktualisierung „zwischendurch"

Die nächste Aktualisierung meiner Homepage hatte ich nach der zu Anfang November für, vielleicht, Ende Februar 2017 vorgesehen - und man wird sehen, ob es dabei bleibt. Für den Rest dieses Jahres jedenfalls wollte ich mich - nach einer für mich produktiven Zeit, in der ich, u.a. mit einer Buchveröffentlichung, einen gut dreijährigen „Arbeitszyklus" abgeschlossen habe - literarischen Themen zuwenden, lesend und gegebenenfalls auch schreibend. Die erste Novemberwoche, in der das politische Erdbeben in den USA und ein für mich persönlich sehr schwerwiegendes Ereignis zusammenkamen, hat mich dann geradezu zu einer „Flucht" in die Literatur getrieben - und zwar, parallel zu einem rasch und der Umstände halber veränderten Lektüreprogramm, in das ich noch einmal die Lyrik von Bob Dylan aufgenommen habe, vornehmlich in Gestalt zurückblickender Reflexionen. Ich habe einmal mehr bilanziert, weiter philosophiert und von neuem grundlegender über das Schreiben als Form der Bewältigung von Welt und über mein eigenes, nicht sonderlich erfolgreiches literarische(s) Schreiben nachgedacht. Es ging um nicht weniger als darum, den nächsten Neuanlauf zu konzipieren. Dazu habe ich dann auch einen längeren Text über das „Unterwegssein" wieder zur Hand genommen, den ich vor gut einem Jahr geschrieben hatte.

Einen kürzeren Text über das „Schreiben: wissenschaftlich,. philosophisch, (ver)dichtend", verknüpft mit einigen Überlegungen zu dem großen Lyriker und Sänger Bob Dylan, und den längeren Text über das „Unterwegsein" in seiner Zeit, seiner Welt und zu sich selbst habe ich nun abgeschlossen beziehungsweise noch einmal redaktionell überarbeitet. Ein weiterer philosophischer Text ist noch in Arbeit - und im ersten Quartal 2017 werde ich Anlass haben, zu einigen mir wichtigen arbeitswissenschaftlichen und arbeitspolitischen Themen zurückzukehren. Warum also soll ich meine eher literarischen Texte nicht schon jetzt auf meiner Homepage einstellen? Nach kurzem Zögern habe ich mich dazu entschlossen. Der aktuelle Bezug zur Nobelpreisverleihung an Bob Dylan im Dezember legte diese Entscheidung nahe. Außerdem haben die einen oder anderen BesucherInnen meiner Homepage über die ruhigen Tage zum Jahreswechsel vielleicht etwas mehr Muße und Lust auf Literarisches. Einige kurze Bemerkungen zu beiden Texten mögen vielleicht zum Lesen einladen.

Zu den beiden neu eingestellten Texten

Für einen späten 68er wie mich, steht Bob Dylan wie kaum ein anderer der Liedermacher für diese kulturrevolutionären Aufbruchsjahre, die im folgenden Jahrzehnt rasch, aber keineswegs folgenlos in den allzu bald steckengebliebenen „langen Marsch durch die Institutionen" mündeten. Das gilt trotz dem Umstands, dass Dylan sich nie so einfach der damaligen linken Protestbewegung in den USA zuordnen lies - oder auch gerade deswegen. In meinem Fall gilt dies vermutlich in ganz besonderer Weise, weil Lyrik - stetig lesend und phasenweise immer wieder auch selbst schreibend - für mich einen sehr großen Stellenwert hat. Die Literaturnobelpreisverleihung an Dylan hatte mich also gefreut. Der frühere demokratische US-Präsident Jimmy Carter, der im Kontext des von Edgar Snowden öffentlich gemachten NSA-Skandals davon gesprochen hat, dass die USA keine funktionierende Demokratie mehr wären, hatte sie sich meiner Erinnerung nach schon seit langem gewünscht. Nach der Wahl Donald Drumpfs wurde die Nobelpreisverleihung dann in besonderer Weise zu einem „Kontrapunkt" zur drohenden politischen Zeitenwende - so hilflos, wie große Literatur selbst den immer gesetzt hat, und so überlebensnotwendig wie er sich dann immer in den Katastrophen erwiesen hat, die gekommen sind. Mein Essay

  • * Schreiben: wissenschaftlich, philosophisch, (ver)dichtend - Nach-Denken über mein Schreiben und über die Lieder eines wirklich großen Dichters in wieder finstereren Zeiten

enthält hierzu einige Überlegungen, und ich bin unbescheiden genug, in diesem Zusammenhang auch ein wenig über mein eigenes, zumeist wissenschaftliches, in neuerer Zeit aber auch philosophisches und literarisches Schreiben nachzudenken.

Bei meinem zweiten Text über das Unterwegssein

  • * Unterwegssein. Reiseberichte zu flüchtigen Hoffnungen, aufsteigenden Albträumen und neu erinnerten Zukünften

handelt es sich um ein komplettes kleineres Buch. ich habe es in diesem Sommer mehreren Verlagen angeboten. Ein größerer Verlag hätte es wohl in sein E-Book-Programm aufgenommen, aber ich habe mit E-Books schlechte Erfahrungen gemacht und mich deshalb nach einigem Zögern entschlossen, das Manuskript auf meine Homepage zu nehmen, nachdem ich es nun nochmals redaktionell durchgegangen bin und punktuell erweitert habe.

Im Frühjahr 2015 habe ich eine Reise in den Südwesten der USA, ähnlich wie nun die beiden letzten Monate dieses Jahres, als eine „Auszeit" genutzt. Meine Reiseeindrücke angesichts einer grandiosen Natur und ebenso des amerikanischen Traums, so wie er mir in der amerikanischen Gegenwart begegnete, haben für mich in unseren Zeiten des „Sinkflugs des Adlers" (Wallerstein 2004) widersprüchliche, oft genug eher albtraumhafte Bilder entstehen lassen. Sie veranlassten mich zu einem literarisierten Reisebericht, den ich seinerzeit auch auf dieser Homepage eingestellt habe. Von da aus war der Weg nicht weit: Frühere Reisen, die mir z. T. vergleichbar einschneidende Erfahrungen ermöglicht haben, traten mir wieder sehr lebendig vor Augen. Alte Reisetagebücher und -Erinnerungen waren zur Hand.

Im Ergebnis liegen nun fünf „Reisetexte" vor, die ich gesondert eingeleitet und um einen stärker philosophischen Essay zum „Unterwegssein" ergänzt habe. Sie beginnen zu Zeiten der „Öffnung des sozialen Raums" im Ausgang der 1960er Jahre. Mein Unterwegssein führt mich angesichts des Erschreckens über die „bleierne Zeit der 1950er und 60er Jahre auf den Weg zu den Resten der gescheiterten großen Hoffnung des 20. Jahrhunderts in verschiedenen osteuropäischen Ländern und zu der Erkenntnis, dass hier nichts mehr zu erhoffen ist. Ein neuer Pragmatismus, aber immerhin einer, der sich der Unzulänglichkeiten der er- und gelebten Gegenwart bewusst ist, ist die Konsequenz. Bombay und Neu Delhi 1987 bewirken den Abschied von letzten falschen Fortschrittsmythen. Ganz folgerichtig führt das aber auch weiter zu der Erkenntnis, dass eine kurzatmige Orientierung an den sozialdemokratischen Reformkonzepten, die aus der 68er Bewegung heraus Impulse bekommen und sich dann allzu rasch verbraucht haben, unzulänglich bleiben muss, weil sie in neue Sackgassen der Orientierungslosigkeit führt. Ägypten 2001 mit dem Nil als Sinnbild des Stroms der Zeit - und exakt in den Wochen, in denen die USA dem Terrorismus den Krieg erklärt und diesen mit dem Bombardement Afghanistans begonnen haben -, Kreta und Verdings 2004 und 2007 mit Reflexionen über deren Bedeutung in kulturell/historischen Anfängen Europas und ihr mögliches Ende heute, werden so zu einem zwingenden Nachdenken darüber, wie denn ein Fortschreiten heute überhaupt noch gedacht werden kann. Die „Fremden Welten" schließlich führen in eine verdichtete Reflexion aus Anlass einer Reise in das Herz des heutigen Empire, die ich 2015 unternommen habe. Ich konfrontiere in diesem Text mein Erleben von Natur, das dem durchschnittlichen Mitteleuropäer hierzulande so kaum mehr möglich ist, mit dem Erschrecken darüber, was einem dort noch von dem zweihundertvierzig Jahre zurückliegenden Aufbruch in unser demokratisches Projekt der Moderne begegnet, wie ihm, und uns allen, die Gewalt des Zusammenhangs der immer noch bestehenden Herrschaftsverhältnisse von hier aus drohen und welche eindimensionalen Fortschrittsvorstellungen uns von ihr aus heute schmackhaft zu machen versucht werden. Hierüber wird man, von Neuem und nun wirklich drängend, auf die Herausforderung zum Dialog mit der nächsten Generation gestoßen. Zugleich bleibt, wie ich meine für alle, die heute auf dem Weg sind, oder sich auf den Weg machen, am Ende der bescheiden gewordene Traum, der die Bedingungen der conditio humana nicht weiter ignoriert. Weder schale Technikvisionen aus dem Silicon Valley noch die „absolute Bewegung des Werdens" wie sie Karl Marx, anknüpfend an den objektiven Idealismus Georg Wilhelm Friedrich Hegels geträumt hat, sind möglich. Es geht um einen bescheideneren und gleichwohl großen Traum, wie ihn etwa Immanuel Wallerstein heute formuliert.

Ich hoffe, dass diese Textzusammenstellung, zum Teil eher nüchtern berichtend, insgesamt aber deutlich literarisiert und eingerahmt von einer Einleitung und einem abschließenden Essay bei einigen LerserInnen meiner wissenschaftlichen Arbeiten und politischen Artikel ebenfalls auf Interesse stößt. Vielleicht aber regt er auch einige zum Nachdenken an, die es eher mit der Schriftstellerin Christa Wolf halten, die einmal gesagt hat, es sei die Literatur, die den unverstelltesten Zugang zur Wirklichkeit biete - eine Einschätzung, die ich immer wieder bestätigt finde, nicht zuletzt nach meiner neuerlichen Lektüre der Lyrik Bob Dylans.

Ich wünsche den BesucherInnen meiner Homepage viel Vergnügen beim Lesen meiner Texte, denn gerade in beunruhigeden Zeiten wie diesen sollte man sich Ausflüge in die Literatur, oder ins Feuilleton guter Zeitungen, gelegentlich gönnen, und ich verbleibe- wohl wissend, dass das Wünschen allenfalls in den Zeiten der Grimmschen Märchen noch geholfen hat - mit besten Wünschen für das kommende Jahr

Helmut Martens

Drei neue Texte - zwei neue und ein altes unveröffentlichtes Buchmanuskript

Die letzte Aktualisierung meiner Homepage liegt noch nicht weit zurück. Gerade einmal gut zwei Monate sind vergangen. Aber ich war in meinem "Unruhestand" publizistisch weiter recht aktiv. Es gibt drei neue Texte, die ich auf meiner Homepage einstelle. Auf mein neues Buch gibt es erste erfreuliche Resonanzen und bei zwei weiteren Manuskripten bin ich auf Verlagssuche. Außerdem stelle ich bei Gelegenheit dieser Aktualisierung auf meiner Homepage ein altes Buch ein, das vor zwanzig Jahren zum Abschluss eines gewerkschaftssoziologischen Forschungsprojekt entstanden ist und damals unveröffentlicht blieb - sozusagen eine nachträgliche Veröffentlichung zu einem zwanzigjährigen Jubiläum also. Aber der Reihe nach. Ich beginne mit meiner Buchveröffentlichung und den neuen Manuskripten.

2016: ein beunruhigendes, für mich aber sehr produktives Jahr

Ich habe zuletzt über das neu bei VSA veröffentlichtes Buch berichtet - und belasse die Informationen zu diesem Buch dieses Mal noch unverändert auf meiner Homepage. Erste Feedbacks haben mich aufgemuntert. Es zielt auf die Kritik politischer Refeudalisierungsprozesse, in die die fortlaufende Postdemokratisierung" der wohlfahrtsstaatlichen Nachkriegsdemokratien im Ergebnis des neoliberalen Rollbacks m. E. mündet. Das Buch war allerdings nur eins von drei Manuskripten, die zum Sommer 2016 im Ergebnis mehrjähriger Arbeit fertig wurden. Die anderen habe ich größeren Verlagen angeboten. Zu beiden - einem mit philosophischen Texten und einem mit Essays - finden sich viele Vorarbeiten auf meiner Homepage.

Aus meiner Sicht habe ich mit dem Buch bei VSA und den beiden neuen Manuskripten einen gut dreijährigen, intensiven Arbeitszyklus zu einem vorzeigbaren Ende gebracht. Bei Frieder O. Wolf kann man lernen, dass man als Sozialwissenschaftler ohne sorgfältige philosophische Reflexion nicht auskommt, will man nicht riskieren, bei den eigenen Hintergrundüberlegungen wenig reflektierten "spontanen Philosophien" zu folgen. Das Philosophieren ist so für mich, zusammen mit dem Politisieren, in den letzten 15 Jahren zunehmend wichtig geworden. In den "philosophischen Texten" auf dieser Homepage hat sich das niedergeschlagen. Aus ihnen wurde ein Buchmanuskript unter dem Titel:" Hell flackerndes Irrlicht" oder "wiedergängerische Gespenster"? Die Radikale europäische Aufklärung in den Diskursen der Gegenwart. Was dem Manuskript noch fehlte, war ein abschließend zusammenfassendes Kapitel. Unter dem Titel: "Vom Fortschrittsoptimismus der Aufklärung über den Bruch ihrer Emanzipationsversprechen zu einer nüchternen Einschätzung vor uns liegender Möglichkeitsräume" liegt es nun vor. Als Aufsatz stelle ich den Text neu auf meiner Homepage ein. Meinen Veröffentlichungsabsichten gibt das noch einmal Auftrieb.

In meinem bei VSA neu erschienen Buch zitiere ich Pierre Bourdieu einleitend mit dem Satz, er könne nicht umhin, die mangelnde Reflexion der Intellektuellen auf die sozialen Antriebe für ihre Arbeit als einen professionellen Fehler anzusehen. Für mich ist solche Reflexion nicht erst seit dem Ende meiner Erwerbstätigkeit wichtig, aber ich habe dazu in den letzten fünf Jahren deutlich größere Spielräume gewonnen. Das hat seinen Niederschlag unter anderem darin gefunden, dass ich die literarische Form des Essays für mich entdeckt habe. Anschließend an den Erfinder dieser Literaturgattung, Michel de Montaigne, geht es bei Essays ja darum, in eins jeweilige Gegenstände des philosophischen oder wissenschaftlichen Interesses und den spezifischen persönlichen Bezug zu ihnen zu reflektieren - und daran stetig weiter zu arbeiten. Essays sind eben, wie das Wort sagt, Versuche, den persönlichen Geschmack an einer Sache sozusagen zunehmend besser herauszufinden. Zugleich aber ist solches Nach-Denken im Sinne Hannah Arendts "Denken als "Sinnendes Handeln'", das dem praktischen (Zusammen)-Handeln vorausgehen muss. Von daher ergibt sich der Titel meines als Manuskript fertigen Essaybandes. Auch hierzu finden sich, z.T. mehrfach überarbeitete Fassungen zu dessen meisten Kapiteln, auf dieser Homepage unter der Rubrik Essays. Für das Buchmanuskript habe ich sie alle überarbeitet und noch einmal gegeneinander abgeglichen. Ein aus meiner Sicht zentraler Essay - so nur zu schreiben nach Abschluss der Arbeit an meinen "philosophischen Texten" - ist zuletzt noch hinzugekommen. Auch dieser Text, dessen Überlegungen " Im Angesicht der Herausforderungen des Epochenbruchs - "Selbertun" und Zusammenhandeln für gesellschaftsverändernde Praxis" zum Gegenstand haben, ist nun neu auf meiner Homepage eingestellt.

Die Verlagssuche zu beiden Manuskripten ist schwierig. Buchveröffentlichungen bei Druckkostenzuschüssen in Verlagen, deren dann verkaufte Auflagen absehbar die Zahl der heruntergeladenen Texte von meiner Homepage - jedenfalls in den erfolgreichsten Fällen - allenfalls verdoppeln dürften, sind nicht sonderlich attraktiv. Vielleicht habe ich aber auch den erreichten Stand meiner Arbeit ein wenig überschätzt. Ich habe also diesen Sommer über weiter an den Manuskripten gearbeitet, wie schon aus der Aktualisierung vom August und nun auch dieser ersichtlich ist. Ich werde danach die Suche nach einem vielleicht zu interessierenden Verlag noch einmal aufnehmen. Den Besuchern meiner Homepage aber hoffe ich, mit diesem Blog und den neu eingestellten Texten den Zugang zu meinen philosophischen Texten und meinen Essays noch einmal besser nahelegen zu können.

Zu den drei neuen Texten

An einem Essay und einem philosophischen Text habe ich gearbeitet, "um mich, auf anregende Weise Entspannung suchend, ein wenig von den beunruhigenden Zeitläuften abzulenken, mit denen ich mich als Sozialwissenschaftler und Bürger zukünftig sicherlich weiter auseinandersetzen werde", schrieb ich in meinem letzten Blog vom August des Jahres. Ein weiterer Philosophischer Text und ein Essay sind nun also hinzugekommen. Der Aufsatz

  • "Vom Fortschrittsoptimismus der Aufklärung über den Bruch ihrer Emanzipationsversprechen zu einer nüchternen Einschätzung vor uns liegender Möglichkeitsräume"

schließt meine auf dieser Homepage zu findenden Aufsätze zu philosophischen Themen als zusätzliche Fundierung meiner wissenschaftlichen Arbeiten also zusammenfassend ab. Der Essay

  • "Im Angesicht der Herausforderungen des Epochenbruchs - "Selbertun" und Zusammenhandeln für gesellschaftsverändernde Praxis "

"lebt" unter anderem, deutlich erkennbar, von der Fundierung durch philosophisches Nachdenken, führt aber zugleich zu den arbeits- und gesellschaftspolitischen Fragen zurück, auf die sich meine Arbeit immer wieder von neuem richtet. Der Form des Essays entsprechend entfalte ich meine Einschätzung zu den Herausforderungen des Epochenbruchs. Das geschieht nicht nur relativ weit ausholend und zugleich sehr pointiert, sondern erkennbar auch im Licht persönlichen Engagements - und Ärgers darüber, dass unsere öffentlichen Diskurse unverändert vom "neoliberalen Einheitsdenken" der Zeit beherrscht werden, das wir im "Forum Neue Politik der Arbeit" bereits mit den "Spandauer Thesen" aus dem Jahre 2006 scharf kritisiert haben. Die "Täuschungen, Selbsttäuschungen, Lügen, Ideologisierungen und Wirklichkeitsverlusten" des herrschenden Politikbetriebes, um Hannah Arendts Formulierung noch einmal zu zitieren, erweisen sich eben hierzulande als besonders zählebig. Und man muss befürchten, dass sich das erst dann verändert, wenn die sich weiter aufschaukelnden multiplen Krisenentwicklungen uns hier in der Mitte Europas noch massiver treffen.

Mein Dritter neuer Text greift schließlich - nach kurzer schöpferischer Pause "befeuert" u.a. von einigen sehr positiven und erfreulichen Feedbacks auf mein neues Buch - erneut mein zentrales arbeits- und gesellschaftspolitisches Thema der letzten Jahre wieder auf. Es geht um

  • "Neue Arbeit - Neue Wirtschaftsdemokratie. Gegen die 'marktkonforme Demokratie' für eine Demokratisierung von Arbeit und Wirtschaft"

Wir stehen hier nach meiner Überzeugung noch immer am Anfang der Debatte. Die wird aber erfreulicherweise auch von Anderen angeregt. Wer zum Beispiel über die wohlbegründeten Kritik an der herrschenden Austeritätspolitik hinaus - bei einigen prominenten Keynesianern oder in der Euro.Memo-Gruppe - Anregungen zum Nachdenken über Wirtschaftsdemokratie finden will, könnte da auch im Internet under "economy for the people" ( www.wirtschaftsdemokratie.de) fündig werden. Unsere Gewerkschaften haben nach einer kurzzeitigen "Kurswechseldebatte" die "Alte Wirtschaftsdemokratie" bei Seite gelegt und verbinden Zukunftshoffnungen mit der Mitbestimmung. Die aber war doch die "pragmatisierte Realisierung einiger Grundgedanken" der alten Wirtschaftsdemokratie "für die Kräftekonstellation der Nachkriegszeit" (Borsdorf). Ob man aus einigen pragmatisierten Grundgedanken eines bald 90 Jahre alten Konzepts, das an die gescheiterte Großtheorie des "Organisierten Kapitalismus" (Hilferding) anknüpfte, einen Entwurf gegen die drohende "Auflösung von Politik in Marktkonformität" (Habermas) machen kann, ist aber sehr zweifelhaft. Also versuche ich "Neue Wirtschaftsdemokratie" in diesem neu eingestellten Text verknüpft mit "Neuer Arbeit" - gegenwärtig diskutiert unter Begriffen wie "Industrie 4.0" und "Arbeit 4.0" - noch einmal weiter zu denken.

Ein altes Buch - nun auf dieser Homepage dokumentiert

Meine Homepage ist für mich seit Beginn meines Unruhestandes einerseits die strategische "Kunst der Aushilfen" bei meinen diversen publizistischen Bemühungen. Aber die Zahl der LeserInnen, die ich erreiche, ist recht begrenzt. Meine Homepage erweist sich andererseits auch als ein hervorragendes Instrument zur Organisation meiner fortlaufenden Arbeiten, wie auch dazu, meine Arbeitsschritte im Kontext langfristiger Auseinandersetzungen mit meinen zentralen Themen sozialwissenschaftlicher Arbeit immer wieder neu einzuordnen. Meinen 2015 auf dieser Homepage eingestellten Essay über meine "grenzgängerischen" Erfahrungen mit der Industriesoziologie" zum Beispiel hätte ich so vermutlich nie geschrieben, gäbe es diese Homepage nicht. Und indem ich ihn geschrieben habe, hatte ich hin und wieder neuen Anlass über meine über lange Zeiträume relativ geringe Resonanz in der Arbeits- und Industriesoziologie nachzudenken. Ein zwanzig Jahre altes, seinerzeit als Buch unveröffentlicht gebliebenes Manuskript hat damit zu tun. Das Buchmanuskript

  • "Gewerkschaftszusammenschlüsse und Organisationsreformen. Die Entstehung der IG Bergbau-Chemie-Energie und die Organisationsreform des DGB"

resultierte aus einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten prozessbegleitenden Evaluation des Zusammenschlusses von IGBE, IGCPK und Gewerkschaft Leder, die zwischen 19894 und 1996 unter meiner Projektleitung an der sfs durchgeführt worden ist. Zwischen den Abteilungsleitern erster Vorsitzender von IGBE und IGCPK, der Forschungsförderungsreferentin der HBS und mir ist bei Ende des Projekts abgesprochen gewesen, dass das von allen verabschiedete Manuskript im Verlag der IGBCE als Buch erscheinen solle - im Hinblick v. a. auf die angezielten Adressaten im Bereich der Gewerkschaften. Aus Gründen, die mir gegenüber nie offengelegt wurden, ist die Veröffentlichung dann unterblieben. Wie ich über meine Mitarbeit als Referent auf ein, zwei Seminaren im Zuge des anschließenden Organisationsentwicklungsprozesses der IGBCE weiß, ist das Manuskript dort offensichtlich "in der Schublade" verschwunden. Das einzige, was mir seinerzeit möglich war, war eine Veröffentlichung in der damaligen "schwarzen Reihe" der sfs in keiner Auflage von 100 Exemplaren. Es handelte sich um Auftragsforschung, und die sfs wollte seinerzeit wegen der Veröffentlichungsfrage keinen Konflikt eingehen. Mich hat damals vor allem geärgert, dass die Ergebnisse der Projektarbeit für den weiteren Verlauf des Gewerkschaftszusammenschlusses ungenutzt geblieben sind. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung von Rüdiger Klatt (1996) gab es ja immerhin. Aber selbstverständlich hat mir der Umstand, dass mein Publikationsmanuskript nur "graue Literatur" geblieben ist, im Blick auf meine Wahrnehmung in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit sehr geschadet. Und meine eigene empirische Gewerkschaftsforschung war dann für die nächsten zehn Jahre erst einmal beendet.

Das zwanzigjährige Jubiläum des Abschlusses des damaligen Projekts nehme ich nun zum Anlass, das Manuskript auf meiner Homepage zu dokumentieren. Der empirisch gehaltvolle Text hat heute im Wesentlichen noch historischen Wert. Doch bei der neuerlichen Durchsicht hat sich bei mir eine Überzeugung gefestigt: In den 1990er Jahren, als "der Industrial-Relations-Forschung ihr Hauptgegenstand, die Gewerkschaften, abhanden gekommen" ist - so unlängst Wolfgang Streeck - ist Gewerkschaftsforschung an der sfs empirisch und konzeptionell gehaltvoll betrieben worden. Damalige Einschätzungen haben sich weitgehend bestätigt, und das nun dokumentierte Manuskript ist im Rückblick immer noch lesenswert. Die Kritik sozialwissenschaftlicher wie auch politikwissenschaftlicher Debatten der Zeit, die Gewerkschaften als modernisierungsbedürftige Dienstleistungsorganisationen zu fassen versuchten und der betrieblichen Mitbestimmung eine glänzende Zukunft prognostizierten, war jedenfalls auf der Höhe der Zeit. Und unser eigener Ansatz vom Ausgang der 1980er Jahre, der auf eine arbeitspolitische Erweiterung gewerkschaftlicher Interessenvertretung abzielte, wird bereits von einem geschärften Blick auf die heraufziehende Krise der institutionell verfassten Arbeitsgesellschaft im Zeichen des neoliberalen Rollbacks abgelöst. Die Überlegungen sind so auf dem Weg zur Konzipierung einer "neuen Politik der Arbeit", die in der folgenden Dekade zum Leitgedanken des FNPA geworden ist. Dass die Untersuchung in der Profession nicht wahrgenommen worden ist, liegt aber nicht nur an der unterbliebenen Veröffentlichung, sondern auch daran, dass wir seinerzeit von der sfs aus den institutspolitischen Stellenwert einer stärkeren Repräsentanz in spezialdisziplinären Diskursen, hier denen der Industriesoziologen, unterschätzt haben.

Zum Schluss

Mein neuer Blog ist umfänglicher geworden als gedacht. Aber es war einiges zu "sortieren" und zu berichten, und ich hoffe, die eine oder andere Information sowie der eine oder andere Text sind für die BesucherInnen meiner Homepage von Interesse. In der Hoffnung, mit meinen Texten auch dieses Mal sowohl "anstößig" als auch anregend zu sein, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Helmut Martens

Ein neues Buch und ein, zwei neue Texte

1. Meine Homepage als Teil einer publizistischen "Doppelstrategie"

Ich habe diese Homepage Ende 2010, gegen Ende meiner Berufsbiographie eingerichtet. Nach "nachlaufenden" Arbeiten in den Jahren 2011 bis 2013 - mit u.a. zwei Büchern im Blick zurück und nach vorne und dem einen oder anderen Aufsatz in Sammelbänden - habe ich mich in den letzten Jahren vor allem auf ihre stetige Aktualisierung konzentriert. Ich erreiche so inzwischen mit geringen Kosten eine zwar deutlich begrenzte, aber gemessen an den Auflagen spezialdisziplinärer wissenschaftlicher Zeitschriften doch nicht ganz unbeachtliche Öffentlichkeit. Einzelne meiner Texte sind in den Jahren 2014ff in den ersten drei Monaten nach Erscheinen von bis zu 250 verschiedenen PCs heruntergeladen worden. Also habe ich meine Arbeitsweise entsprechend auf die stetige Produktion von Aufsätzen und Essays hin organisiert. Gelegentliche Artikel in politischen Zeitschriften sind hinzugekommen. Ich habe aber auch immer wieder einmal versucht, anspruchsvollere wissenschaftliche Aufsätze bei einschlägigen Zeitschriften unterzubringen - unter anderem auch in der Hoffnung, über solche Aufsatzveröffentlichungen Aufmerksamkeit und Interesse für meine Homepage erhöhen zu können. Gar nicht einmal geplant, hatte sich hier so etwas wie eine publizistische "Doppelstrategie" entwickelt. Einige Veröffentlichungen aus den beiden letzten Jahren habe ich dieses Mal unter der Rubrik "zur Person" bei den bibliographischen Angaben nachgetragen.

2. Aber diese "Doppelstrategie" ist gescheitert.

Deren Verfolgung hat sich allerdings von Anfang an als schwierig erwiesen. Wenn ich versucht habe, für weiter ausholende Arbeiten in einschlägigen "referierten" wissenschaftlichen Zeitschriften Aufmerksamkeit zu finden, was mir früher, allerdings in großen zeitlichen Abständen, immerhin bisweilen gelang, dann bin ich auf hohe, letztlich für mich unüberwindbare Schwierigkeiten gestoßen. Die Umbrüche der Zeit sind am Wissenschaftsbetrieb nicht spurlos vorrübergegangen: Es geht gerade auch auf dem Zeitschriftenmarkt um Benchmarks und Karrieren. Die wissenschaftliche "Zweitwährung" der Reputation ist von einiger Bedeutung. Die Diskurse folgen Forschungskonjunkturen. Und die Reakademisierung der Forschung im Zeichen einer neuen "Wissenschaftsfreiheit" des "Akademischen Kapitalismus" (Münch 2011) zeitigt Folgen. Aus meiner Sicht kennzeichnen diese Stichworte die Entwicklung des letzten Jahrzehnts; und die spezialdisziplinären akademischen Diskurse sind im Zuge dieser Veränderungen nicht gerade politischer geworden. Auch wenn ich mich bemüht habe, mich differenziert auf aktuelle spezialdisziplinäre Diskurse einzulassen, wurden Aufsatzangebote mehrfach mit der Begründung abgelehnt, sie passten nicht in das Format der jeweiligen Zeitschrift; gelegentlich waren die Begründungen für Ablehnungen aber auch ganz "ungeschminkt": Mein Aufsatzangebot sei sehr politisch, die von mir angefragte Zeitschrift hingegen politikwissenschaftlich. In meinen für den wissenschaftlichen Diskurs gedachten Aufsätzen bin ich dann zwar bereit, mich spezialdisziplinär zu begrenzen, aber gerade die Entpolitisierung der Debatten will ich nicht mit vollziehen. Ganz im Gegenteil ist es eines meiner treibenden Motive, als Wissenschaftler gerade dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

3. Andererseits: wer weiß schon, wofür das gut ist - zum Beispiel für ein neues Buch

Im Sommer letzten Jahres habe ich nach mehreren vorherigen Misserfolgen zwei weitere Versuche unternommen - und mir zwei weitere Absagen eingehandelt. Das führte dann zu dem Entschluss, unter anderem ausgehend von diesen Aufsätzen sowie unter Nutzung weiterer Texte - einerseits zur Europakrise, andererseits zu Postdemokratisierung und Refeudalisierung unserer Gesellschaft, die z. T. noch unveröffentlicht waren, z. T. in Erstfassungen auf meiner Homepage erschienen sind, doch wieder ein Buch zu veröffentlichen. Dieses Buch ist nun bei VSA erschienen, Einige Texte darin sind neu, die anderen, schon auf meiner Homepage zu findenden gründlich überarbeitet und zum Teil erweitert. Deutlich sichtbar wird so der innere Zusammenhang meiner Argumentation. ich möchte die Besucher meiner Homepage gerne mit Buchtitel und Text des Flyers darauf neugierig machen:

Refeudalisierung oder Überwindung des Kapitalismus?
Am Ende der industriekapitalistischen Wachstumsdynamik

In unserer durch multiple Krisenprozesse gekennzeichneten Zeit erweist sich die maßgeblich von Berlin und Brüssel bestimmte Politik der EU zunehmend als Perspektivlos. Eine Wirtschaftspolitik, die die neoliberale Globalisierung weiter forciert, bietet keine Lösungen für die ökonomische Krise: Soziale Spaltungsprozesse werden weiter vorangetrieben. Die geopolitischen Konflikte im Osten Europas und im nahen Osten sind ungelöst. Der Strom der heimatlos gewordenen von dort in die Mitte Europas hat den herrschenden Politikbetrieb überrascht. Kurzatmige Ad-Hoc-Reaktionen sind die Folge. Immer dunklere Problemwolken bauen sich auf.

Vor solchem Hintergrund gewinnen rechtspopulistische und rechtsradikale Bewegungen und Parteien beunruhigenden Zulauf. Und zugleich werden wir Zeugen nicht einfach postdemokratischer Entwicklungen. Wir können vielmehr soziale, ökonomische und zunehmend auch politische Refeudalisierungsprozesse beobachten - und zwar nicht als Wiederkunft einer historisch längst vergangenen Epoche, sondern als Ausdruck der Selbstwidersprüchlichkeit des Epochenbruchs, den das neoliberale Rollback der vergangenen inzwischen bald vier Jahrzehnte vorangetrieben hat. Damit wird das demokratische Projekt der Moderne selbst zunehmend zum Einsatz neu aufbrechender sozialer Konflikte.

Im Zentrum, des Buches stehen zunächst die empirische Analyse der Europakrise und der sozialen Konflikte, die sie auslöst und danach eine theoretisch vertiefende Analyse der Tendenzen zu einer politischen Refeudalisierung und der dagegen entstehenden Neuansätze politischer Subjektivierung. Dem Versuch der Absicherung einer im herrschenden Politikbetrieb immer selbstverständlicher forcierten neoliberalen Marktlogik durch eine "marktkonforme Demokratie" wird die Perspektive einer Demokratisierung von Arbeit und Wirtschaft durch eine "neue Wirtschaftsdemokratie entgegengestellt.

4. Schließlich noch zwei weitere Aufsätze/Essays

Parallel zur Arbeit an dem nun veröffentlichten Buch habe ich an weiteren Buchmanuskripten gearbeitet, in denen ich die Essays und die philosophischen Texte auf dieser Homepage jeweils in einen strukturierteren Zusammenhang gebracht, dazu ebenfalls neu eingeleitet und durchgängig überarbeitet und um einzelne neue Texte erweitert habe. Was aus diesen beiden Manuskripten wird, ist derzeit noch offen. Zwei neue, bei dieser Arbeit entstandene Texte stelle ich jetzt auf meiner Homepage ein:

Friedrich Nietzsche: postmoderne Aufgabe der emanzipatorischen
Perspektive der Aufklärung oder neue Herausforderung zu ihr

Mit dem Denken Friedrich Nietzsches beginnt, wie Jürgen Habermas in seinen Vorlesungen zum "Philosophischen Diskurs der Moderne" zutreffend feststellt, der "Fortschrittsbruch" im Denken der Postmoderne Nach ihren Erfahrungen mit der "Nacht des zwanzigsten Jahrhunderts" schließen Max Horkheimer und Theodor W. Adorno mit ihrer "Dialektik der Aufklärung" daran ebenso an, wie später - aus ganz anderen Gründen und mit anderer Konsequenz - auch Michel Foucault, der wie sie aus einer marxistisch geprägten Denktradition kommt. Um mich nun systematisch mit Nietzsches Denken auseinanderzusetzen, bedurfte es eines guten Anlasses, der nötige Muße und einer "Dosis Neugier wie gegenüber einer fremden Pflanze", von der Nietzsche gemeint hat, sie sei eine intelligente Form, sich mit seiner Philosophie auseinanderzusetzen. Sie sind erst zusammengekommen, als ich die Arbeit an dem oben vorgestellten Buch abgeschlossen hatte. Ich habe mich also am Ende einer intensiven Arbeitsphase mit einem für mich eher abgelegenen philosophischen Gegenstand nicht zuletzt deshalb näher beschäftigt, um mich, auf anregende Weise Entspannung suchend, ein wenig von den beunruhigenden Zeitläuften abzulenken, mit denen ich mich als Sozialwissenschaftler und Bürger zukünftig sicherlich weiter auseinandersetzen werde.

In der traurigen Lage der Kassandra unter den Trojanern -
der als Romancier verstummende Schriftsteller Wolfgang Koeppen

Der neu eingestellte Essay beschäftigt sich mit Wolfgang Koeppen, der nach der geringen und zum Teil sehr kritischen öffentlichen Resonanz auf seine drei großen Nachkriegsromane als Romanschriftsteller früh verstummt ist. Ich habe ihn - in seinen Romanen, seiner Erzählung "Jugend" - aktuell bei Suhrkamp von Neuem herausgegeben -, seiner Kurzprosa und seinen Reiseberichten - immer als herausragenden Autor angesehen und bin 2015 im Zusammenhang einer Reise in den Südwesten der USA - siehe meinen Reisebericht unter "literarisches" neu auf seine "Berichte und Skizzen", insbesondere den Bericht seiner Amerikareise aus dem Jahr 1959 gestoßen. Im Rückblick von heute aus war die erneute Lektüre in hohem Maße anregend und erhellend. Die Auseinandersetzung mit Koeppens Werk ist nach der mit weinigen Romanen Christa Wolfs mein zweiter Versuch, mir über die Leistungsfähigkeit literarischer Zugänge zur Wirklichkeit Klarheit zu verschaffen. Es ist für mich aufschlussreich, zu sehen wie Christa Wolf, die nach dem Krieg als junge Schriftstellerin arbeitsteilig dem Aufbau einer besseren Welt glaubte zuarbeiten zu können, sich nach dem Ende des Realsozialismus in ihrem letzten Roman Positionen annähert, die für Koeppens Selbstverständnis wohl schon von seinen frühen Anfängen an kennzeichnend gewesen sind. Sie ermöglichen Kunstgenuss und sie sind ernst zu nehmen, weil sie in manchem erhellender sind als wissenschaftliche Analysen, aber sie fordern auch zur Auseinandersetzung heraus.

Es ist also in relativ kurzer Zeit wieder einiges zusammengekommen. Ich hoffe, dass die BesucherInnen meiner Homepage darunter den einen oder anderen Text oder Hinweis auf Veröffentlichungen finden, die sich für sie als anregende Lektüre erweisen. Weitere Aktualisierungen dieser Homepage sollen folgen.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Martens

Zwei neue, zwei überarbeitete Texte

"Glücklicher Sisyphos"

Von "einer aus den Fugen geratenen Welt", von der Günter Grass kurz vor seinem Tod gesprochen hat, spricht in ihrer März-Ausgabe auch die Redaktion des "Sozialismus". Als Einzelnem - und die Arbeit an meiner Homepage ist ja solche Arbeit als Einzelner, auch wenn sie u. a. vom politischen Zusammenhandeln" mit Anderen lebt - bleibt einem da nur, mit Immanuel Wallerstein (2014) gesprochen, als "kleiner Schmetterling" beharrlich weiter daran mitzuarbeiten dass trotz der gegenwärtigen "semi-chaotischen" Entwicklungen, von denen Karl Georg Zinn (2015) in seinem neuen Buch spricht, doch so etwas wie ein allgemeiner "Klimawandel" möglich wird. Da ist es hilfreich, solcher Arbeit weiterhin im Sinne Albert Camus als "fröhlicher Sisyphos" nachgehen zu können. Und aus solcher Haltung heraus kann ich drei Monate nach der letzten Aktualisierung meiner Homepage über einige Aktivitäten berichten - leider nicht nur erfolgreiche - und wieder neue Texte anbieten.

Die "referierten Zeitschriften" bleiben mir verschlossen

Zu Zeiten meiner Erwerbstätigkeit ist es mir immerhin gelegentlich gelungen in einschlägigen "referierten" wissenschaftlichen Zeitschriften Aufmerksamkeit zu finden. Heute stoße ich, wenig überraschend, auf einige Schwierigkeiten. Da ist es fast schon ein Erfolg, in ein Begutachtungsverfahren aufgenommen zu werden und nicht gleich eine Absage mit dem Argument zu erhalten, mein Aufsatz passe leider nicht in das Format der Zeitschrift, oder -auch das ist mir schon passiert - mein Aufsatz sei für eine politikwissenschaftliche Zeitschrift ungeeignet, weil zu politisch. Die Umbrüche der Zeit sind am Wissenschaftsbetrieb nicht spurlos vorrübergegangen: Es geht gerade auch auf dem wissenschaftlichen Zeitschriftenmarkt um Benchmarks und Karrieren. Die wissenschaftliche "Zweitwährung" der Reputation ist von einiger Bedeutung. Die Diskurse folgen Forschungskonjunkturen. Und die Reakademisierung der Forschung im Zeichen einer neuen "Wissenschaftsfreiheit" des "Akademischen Kapitalismus" (Münch 2011) zeitigt Folgen. Die spezialdisziplinären akademischen Diskurse sind im Zuge dieser Entwicklung nicht gerade politischer geworden. In meinen für den wissenschaftlichen Diskurs gedachten Aufsätzen bin ich dann zwar bereit, mich spezialdisziplinär zu begrenzen, aber die Entpolitisierung vieler Debatten will ich nicht mit vollziehen. Ganz im Gegenteil ist es eines meiner treibenden Motive, als Wissenschaftler gerade dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Ich habe also über zwei weitere abgelehnte Aufsatzangebote zu berichten. Danach denke ich darüber nach, wie ich diese Absagen produktiv wenden kann. Unter Rückgriff auf die Aufsatzmanuskripte, sowie etliche andere Texte aus meiner Produktion der beiden letzten Jahre, bietet es sich an, ein Buchmanuskript zu erstellen, das immerhin einige Aktualität hätte. Verkaufte Auflagen in den kleineren linken Verlagen sind andererseits zumeist nicht sehr viel höher als die Zahlen heruntergeladener Texte unter den (wenigen) "Spitzenreitern" auf meiner Homepage. Andererseits erreiche ich über ein Buch vielleicht zum Teil andere LeserInnen. Derzeit eruiere ich das Interesse denkbarer Verlage. Die Texte kommen deshalb (noch) nicht auf meine Homepage.

Reaktivierung als empirischer Arbeitsforscher

Nach meinem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben im Frühjahr 2011 bin ich weiterhin Mitglied der Dortmunder Forschungsgruppe Arbeit, Prävention, Politik (www.DoFAPP.de) geblieben, wenn auch zunächst im Wesentlichen in einer passiven Rolle. Das hat sich im Laufe des letzten Jahres bis hin zu einer inzwischen festen und verbindlichen Mitarbeit geändert - und zu einigen Beiträgen, die ich im letzten Jahr auf dieser Homepage eingestellt habe, erhielt ich wichtige Impulse aus eben diesem Arbeitszusammenhang. Für die Zukunft hoffe ich, dass meine Reaktivierung als empirischer Arbeitsforscher sich weiter verstetigen lässt und dass sie meine sonstige Textproduktion nicht beeinträchtigen, vielmehr zusätzlich anregen wird.

Vier neue Texte

Aktuell sind es vier Texte, die ich neu anbieten kann:

· Demokratisierung und/oder Befreiung von Arbeit

Diesen Aufsatz habe ich unter der Rubrik "Arbeit und Politik" neu eingestellt. Ich setze mich darin zum einen mit den anspruchsvollen theoretischen Arbeiten meiner DoFAPP-KollegInnen auseinander, die die Debatten um eine Demokratisierung von Arbeit auf eine solide theoretische Grundlagen stellen. "SelbstWertGefühl" (A. Georg; G.Peter 2016 - unter Mitarbeit der gesamten Projektgruppe) ist Anfang des Jahres im VSA-Verlag erschienen. Hier handelt es sich also um den Forschungsansatz, der im letzten Jahr für meine Reaktivierung als empirischer Arbeitsforscher orientierend geworden ist. Für mich hat es sich als produktiv erwiesen, parallel - und im Spannungsreichen Verhältnis dazu - das ebenfalls 2016 neu Im Springer-Verlag erschienene Buch von Michael Hirsch zu verarbeiten, das "Die Überwindung der Arbeitsgesellschaft" zum heute gebotenen Ziel emanzipatorischer Politik erklärt. Und selbstverständlich sind meine eigenen theoretischen Arbeiten der letzten Jahre die Basis, von der aus ich mich mit den beiden Büchern auseinandersetze.

· "Wissensgesellschaft" oder Epochenbruch - Herausforderungen für eine neue Politik der Arbeit

Die weiter fortschreitende Digitalisierung der Arbeit wird gegenwärtig diskutiert im Hinblick auf das Spannungsverhältnis zwischen neuen Chancen zu einer Demokratisierung nicht nur der Arbeit, sondern auch der Unternehmen, andererseits aber auch der Risiken zu einer neuen Feudalisierung der Unternehmenssteuerung (Sattelberger 2015). Die aktuellen Entwicklungen im Zeichen von Clouds und Crowds sowie der Debatten um Industrie 4.0 waren Anlass für mich, ein älteres Arbeitspapier über Wissensarbeit, höher qualifizierte Angestellte und Gewerkschaften grundlegend zu überarbeiten. Es geht mir darum, mich der Forschungsfragen zu vergewissern, die arbeitspolitisch weit nach vorne auf die Tagesordnung rücken. Ich habe den Text unter "Arbeit und Politik" neu eingestellt und zugleich die ältere Fassung gelöscht.

· Hannah Arendt und der politische Humanismus

Der Vortrag, den ich im Januar 2013 zu diesem Thema gehalten habe, steht seither auf meiner Homepage. In den beiden Jahren danach habe ich mich in mehreren Texten weiter, und z. T. neu oder vertiefend, mit Hannah Arendt auseinandergesetzt - u.a.- bei der Arbeit an meinem Buch aus dem Jahr 2014, an einem Essay "Zwischen Elitenherrschaft und radikaler Demokratie" (Rubrik Essays) und nun auch wieder bei der Arbeit an meinem neuen Buchmanuskript. All dies war - nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer fortgesetzten öffentlichen Debatte zu dieser herausragenden Denkerin des 20. Jahrhunderts - Anlass genug, den Text vom Januar 2013 gründlich zu überarbeiten und zu erweitern. Gute empirische Forschung bedarf der stetigen Auseinandersetzung mit ihren theoretischen und auch philosophischen Grundlagen. Die alte Referatsfassung habe ich gegen den neuen Text in der Rubrik "Politik und Gesellschaft" ausgetauscht.

· "Spiritualität, Religion, Wissenschaft, Philosophie

Bei diesem Text handelt es sich um einen Essay, der im Grunde als Gelegenheitsarbeit aus Anlass einiger Diskussionen in meinem "Nahbereich" entstanden ist, in denen es immer wieder um das Thema "Esoterik" ging. Ich mochte mich nicht mit der Bemerkung des Quantenphysikers Anton Zeilinger begnügen, der gesagt hat: "Esoteriker sollten Quantenmechanik studieren Die ist genauso seltsam wir ihr Glaube, aber wenigstens experimentell bewiesen" (´Bild der Wissenschaft 3/2016). Also habe ich meine Gedanken zum Thema in die Form, eines Essays gebracht, den ich nunmehr ebenfalls auf meiner Homepage einstelle.

"Philosophie ist der Gedanke, der sich nicht abbremsen lässt."

Wie man sieht, bleibe ich also auch bei meiner neuerlichen Hinwendung zur empirischen Arbeitsforschung, von der ich hoffe, dass sie sich verstetigen wird, auch aktiv an meinen "sonstigen" grundlagentheoretischen oder philosophischen Themen dran - ganz im Sinne des hier abschließend vorangestellten Adorno-Zitats. Ob ich in absehbarer Zeit auch neue literarische Texte veröffentliche - ich bin da vorangekommen -, ist für mich derzeit noch offen. Ich hoffe, dass die BesucherInnen meiner Homepage dieses Mal auch so den einen oder anderen nützlichen Hinweis in meinem Blog und vielleicht auch einen für sie spannenden neu eingestellten Text finden werden.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Martens

Fünf neue Texte

1. Zunächst drei Texte "von der Festplatte"

Absehbar "wird eine nächste Aktualisierung zusammen mit einem neuen Blog nicht allzu lange auf sich warten lassen" habe ich am Ende meines letzten Blogs im November 2015 geschrieben. Drei politische Artikel und zwei längere wissenschaftliche Aufsätze hatte ich verschiedenen Zeitschriften zur Veröffentlichung angeboten, und so oder so wollte ich sie später auch auf meiner Homepage einstellen. Nun brauchen Begutachtungen in den "referierten Zeitschriften" so ihre Zeit. Und eigentlich sollte man schon froh sein, wenn man es da bis in die Begutachtung schafft. Die Umbrüche der Zeit sind schließlich auch am Wissenschaftsbetrieb nicht spurlos vorrübergegangen: Es geht auf diesem Markt um Benchmarks und Karrieren. Er folgt Forschungskonjunkturen. Die Reakademisierung der Forschung erfolgte im Zeichen einer neuen "Wissenschaftsfreiheit", nämlich der Ökonomisierung der Universität (Münch 2011). Und die spezialdisziplinären akademischen Diskurse sind im Zuge dieser Entwicklung nicht politischer geworden. Ich werte die Platzierung eines Aufsatzes in führenden Zeitschriften dieser Diskurse deshalb als besonderen Erfolg - bleibe beharrlich und fasse mich in Geduld.

Von den drei eher politischen Artikeln, die ich dem "Sozialismus" angeboten hatte, ist einer veröffentlicht. Ob die anderen noch erscheinen werden, weiß ich nicht. Sie haben keinen ganz aktuellen oder gar tagespolitischen Bezug, etwa zu "Industrie 4.0" oder zur "Flüchtlingskrise". Also habe ich mich entschlossen, sie nun alle drei auf meiner Homepage unter der Rubrik "Politik und Gesellschaft" einzustellen. Es handelt sich um die folgenden Artikel:

· Gewerkschaften und soziale Protestbewegungen - Lehren aus den südeuropäischen Kämpfen im neuen Protestzyklus
· Gegen den marktkonformen Weg zur Postdemokratie - für eine Demokratisierung von Arbeit und Wirtschaft
· Angesichts eines neuen Protestzyklus - Perspektiven und offene Fragen

Wie in meinem Blog vom November 2015 erwähnt, handelt es sich bei dem ersten der drei Artikel um eine pointierte Kurzfassung des längeren Aufsatzes "Europakrise und neuer Protestzyklus" vom Sommer des letzten Jahres. Die beiden anderen vertiefen und pointieren Fragestellungen, die in diesem Aufsatz bereits angerissen worden sind.

2. Und dann zwei neue Aufsätze

Eine überraschende Anfrage
Mein Überblick über Besucherzahlen auf und vor allem Downloads von meiner Homepage ist nicht mehr so gut wie früher. Die Besucherzahlen scheinen zu stagnieren. Wenn meine Homepage monatlich von zweihundert verschiedenen PCs aus besucht wird, bin ich nicht unzufrieden. Das heißt aber auch, dass meine Strategie, über Aufsatzveröffentlichungen in verschiedenen Zeitschriften und ganz gelegentlich vielleicht auch mal ein neues Buch, auch mehr Aufmerksamkeit auf meine Homepage zu lenken nicht ganz so aufgeht, wie erhofft. Umso schöner ist es, wenn es dann doch einmal ein Highlight gibt.

Im Dezember 2015 bekam ich eine Mail aus Portland/Oregon. Ein mir unbekannter Kollege bat um meine Zustimmung zur Zweitveröffentlichung meines Aufsatzes "Spaltung in Arm und Reich - Symptom und verschärfendes Moment ökonomischer wie politischer Krisenprozesse", der Anfang des Jahres in der "Gegenblende" erschienen war. Angehängt war der Mail die fertige englische Übersetzung des Aufsatzes, zusammen mit einem Hinweis auf dessen längere Fassung auf meiner Homepage. Natürlich war ich erfreut und mit der Zweitveröffentlichung einverstanden. Auch leuchtete mir ein, weshalb der Aufsatz für US-amerikanische Leser interessant sein mochte: er enthielt neueste Zahlen zur Armuts- und Reichtumsentwicklung nicht nur in Deutschland sondern auch in den USA. Darüberhinaus hatte ich mich bei meiner Interpretation der Daten unter anderem auch auf Ausführungen von Thomas Jefferson bezogen, in denen er sein Verständnis des "persuit of happyness" auf Fragen der Reichtums- und Vermögensverteilung bezogen hat, und ich war auf ein Buch eingegangen, in der Mark Twain und Charles Dudley Warner das erste "vergoldete Zeitalter" der Carnegies und Rockefellers behandelt hatten.

Gesellschaftliche Spaltungsprozesse - hoch aktuell, aber politisch ausgeblendet
Die Anfrage unterstreicht, dass es sich bei diesen gesellschaftlichen Spaltungsprozessen um ein hoch aktuelles Thema handelt. Eine Veranstaltung der AWO in Dortmund zu "Arbeit, Würde, Arbeitsemigration" - die Wilfried Kruse, ein früherer Kollege von der sfs, wesentlich mit vorbereitet hat und die auf eine Ausstellung "Onkel Hasan und die Generation der Enkel" im Dortmunder Hoesch-Museum verweist, hat mir das dann Ende Januar noch einmal vor Augen geführt. Es geht in der Ausstellung unter anderem darum, wie Dortmund durch Arbeitsmigration stark mitgeprägt worden ist. Auf der Veranstaltung ist dann aber das ganze Spektrum heutiger Entwürdigung in und bei der Erwerbsarbeit präsentiert und diskutiert worden, also etwa: die Zunahme der nicht mehr tarifierten Bereiche, Prekarisierung, Ausbeutung von Arbeitsemigranten aus Süd-Ost-Europa, z.B. in der Fleischverarbeitenden Industrie, die immer noch drastisch niedrigere Bezahlung weiblicher Beschäftigter - Frauenlöhne und -Gehälter liegen im Schnitt 22% niedriger als die der Männer - usw. Aber es blieb aus meiner Sicht nach den Präsentationen und Diskussionen, an denen viele Akteure der lokalen Politik beteiligt waren, auch ein Gefühl von Ohnmacht angesichts der geringen Aufmerksamkeit, die das Thema politisch wie medial findet. "Die im Dunkeln sieht man nicht", ist man geneigt mit Bert Brecht zu sagen. Ich denke, die mangelnde Aufmerksamkeit kommt auch dadurch zustande, dass die Konsequenzen der ablaufenden Entwicklung -ihre "Autologik" würde man systemtheoretisch sagen - von ihren Beobachtern noch nicht prägnant genug auf den Punkt gebracht wird. Und der heißt "Refeudalisierung".

Die Veranstaltung vom 30. 01. hat mich so in einigen Einschätzungen bestätigt. Die mich überraschende Anfrage im Dezember aber hatte mich schon vorher motiviert, von Neuem und aus unterschiedlichen Perspektiven über das Thema meines kleineren Aufsatzes in der "Gegenblende" weiter nachzudenken. Die sich zunehmend vertiefenden Spaltungsprozesse in unseren "fortgeschrittenen" westlichen Gesellschaften werden im herrschenden Politikbetrieb ausgeblendet. In den wissenschaftlichen Diskursen werden sie vermehrt, aber kaum aufeinander bezogen, inzwischen auch unter dem Begriff der "Refeudalisierung" diskutiert. Auch darauf hatte ich mich in meinem Aufsatz schon bezogen. Nun las ich aber gerade das jüngste Buch von Karl Georg Zinn (2015), in dem "Refeudalisierung" strikt ökonomisch unter dem Aspekt eines Endes der industriekapitalistischen Wachstumsdynamik der beiden letzten Jahrhunderte diskutiert wird. Ich fand, man müsse diese Stränge miteinander verknüpfen und dann auch auf die politikwissenschaftliche Debatte über Prozesse der "Postdemokratisierung" beziehen. Dass unsere parlamentarischen Demokratien wieder in einen "totalen Staat" umkippen könnten, ist von bedeutenden Soziologen schon um die Mitte des letzten Jahrhunderts, mehr oder weniger abstrakt, als Möglich erachtet worden- z.B. von Helmuth Plessner in einem Aufsatz aus dem Jahr 1962. Und Norbert Elias hat 1985 geschrieben, es sei nicht auszuschließen, dass die USA in ihrer hegemonialen Rolle sich "aus einer oligarchisch regierten Republik in ein diktatorisch regiertes Land, möglicherweise in eine Präsidialdiktatur verwandeln" würden. Es wäre daher aus meiner Sicht heute auch die politische Dimension von "Refeudalisierung" vertiefend zu durchdenken.

Zwei Aufsätze zum Stichwort "Refeudalisierung
Ergebnis meines Nachdenkens sind zwei neue Aufsätze:

· "Auf dem Weg in einen neofeudalen Kapitalismus? Herausforderungen der wissenschaftlichen Zuarbeit zu transformatorischen Handlungsansätzen" und
· "Marktkonforme Demokratie" oder Demokratisierung der Wirtschaft - "Neue Wirtschaftsdemokratie aus Perspektive gegen politische Refeudalisierungsprozesse"

Im ersten der beiden Aufsätze, betone ich die Notwendigkeit, angesichts epochaler Umbrüche den Blick nach vorne zu richten. Ich diskutiere dann zunächst einige theoretische und methodische Probleme, die die geringe Prognosefähigkeit der Sozialwissenschaften erklären, und gehe dann auf die vertieften gesellschaftlichen Spaltungsprozesse ein, die die Grundlagen demokratischer Gesellschaften zu unterminieren drohen. Danach komme ich auf Zinns Prognose der Entwicklung unterschiedlicher neofeudaler Versionen eines Kapitalismus ohne Wachstum zu sprechen und spitze die Refeudalisierungsthese aus politikwissenschaftlicher Perspektive weiter zu. Ob die von Zinn hervorgehobenen endogenen Entwicklungstendenzen die Brücke zu weitergehenden Transformationsprozessen sein könnten, wie sie z.B. Immanuel Wallerstein mit gebotener Vorsicht ins Auge fasst, schließt sich hier als weitere Frage an. Überschneidungen mit dem dritten der oben genannten, neu eingestellten Artikel, nehme ich da in Kauf Ich äußere mich also noch einmal ähnlich wie in dem vorne erwähnten Artikel über "Perspektiven und offene Fragen" gesellschaftlicher Transformation.

Der zweite Artikel nimmt einige dieser Überlegungen auf. Er ist aber praktischer motiviert. Es geht mir hier darum, vertiefend über die seit etwa 2010 neu geführten Debatten um das Thema "Demokratisierung der Wirtschaft" nachzudenken - vor allem im Hinblick auf die Gründe, die erklären können weshalb die im Rahmen des "Forums Neue Politik der Arbeit" früh erhobene Forderung, nicht nur Arbeit, sondern auch Wirtschaftsdemokratie wirklich grundlegend neu zu denken (Martens/Scholz 2010, Martens 2010) nach einigen schwachen Resonanzen aus der gewerkschaftlichen Praxis ziemlich bald in einem weiterhin defensiven Pragmatismus steckengeblieben ist. Dies ist eine Fragestellung, der wir im Jahr 2016 im Rahmen des FNPA weiter nachgehen wollen.

3. Weitere literarische Arbeiten

Bei der letzten Aktualisierung meiner Homepage habe ich unter dem Titel "Fremde Welten: Grandiose Natur - Albträume beim Sinkflug des Adlers" einen Text neu eingestellt, in dem ich in eher literarisierter Form zutiefst ambivalente Eindrücke und Erfahrungen einer Reise in den Südwesten der USA verarbeitet habe. Ich habe seinerzeit angekündigt, mich mit weiteren "Reisetexten" zu beschäftigen, die ich in ähnlicher Form aufbereiten möchte. Diese Arbeit ist inzwischen relativ weit fortgeschritten. Sie hat sich zu einem Buchmanuskript über das "Unterwegssein" ausgeweitet. Es ist für mich noch offen ob und wie ich damit im Blick auf meine Homepage umgehen werde. Unter anderem warte ich gerade einige Feedbacks von guten Freunden zu diesen Texten ab. Aber auch so denke ich, dass bei weitem genug interessante Texte für diese weitere Aktualisierung meiner Homepage beisammen sind.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Martens

Ein altes Buch, ein neuer Essay, ein literarischer Text

Die letzte große Aktualisierung meiner Homepage liegt kaum drei Monate zurück, doch ich war zwischenzeitlich Produktiv. Es gibt Anlass, auf neue Texte zu verweisen, die an anderem Ort erscheinen (sollen) und auf zwei neue Texte auf der Homepage. Zu einem alten Buch, jetzt neu eingestellt, reiche ich ein paar Infos nach.

Im November 2015 erschien im "Sozialismus" eine knappe Artikelfassung zu meinem im August auf dieser Homepage eingestellten längeren Aufsatz. "Europakrise und neuer Protestzyklus" (wissenschaftliche Texte zum Download, Gewerkschaften). Denkbar, dass dort noch zwei weitere Artikel folgen werden - sonst später hier auf dieser Homepage.

Der Artikel im "Sozialismus" behandelt das Verhältnis von Gewerkschaften und neuen sozialen Bewegungen am Beispiel der jüngeren Entwicklungen in Spanien und Griechenland. Bezüge zu Erfahrungen, die dazu in Deutschland in den beiden Jahrzehnten vor Ausbruch der neuen Weltwirtschaftskrise gemacht werden konnten, werden hergestellt. Daher steht nun ein etwas älteres Buchmanuskript neu auf der Homepage. Es handelt sich um ein an der sfs mit finanzieller Förderung der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführtes, 2006 abgeschlossenes Forschungsprojekt. Seine Ergebnisse hat das damalige Projektteam (Ursula Ammon, Peter Kern, Helmut Martens, Stefan Meier) unter dem Titel:

· Gewerkschaften und Nachhaltige Entwicklung. Chancen und Barrieren eines Nachhaltigkeitsdialogs? Das Beispiel der IG BAU

vorgelegt. Die IG BAU sah sich bei Abschluss des Projekts gerade zu neuen tiefgreifenden Veränderungen ihrer Organisationsentwicklung gezwungen. Aus ihrer Sicht war der gerade fertige Bericht deshalb nicht mehr aktuell. Die Buchveröffentlichung unterblieb. Die HBS stellte das Manuskript auf ihrer Homepage ein. Bei der sfs ist es als Forschungsbericht archiviert. Aus aktuellem Anlass steht es nun auf meiner Homepage - nach Abstimmung mit den Mitgliedern der damaligen Projektgruppe, zu denen ich noch Kontakt habe.

Ich schreibe weiter Essays. Eine Zusammenstellung von Texten aus den letzten Jahren habe ich für eine Buchveröffentlichung vorbereitet. einen Essay neu auf meine Homepage genommen:

· "Radikale Demokratie und streitbarer Pazifismus - untrennbare Voraussetzungen für das Erreichen eines "reiferen zivilisatorischen Modells""

Das Buch "Entrüstet Euch", von Margot Käßmann und Konstantin Wecker herausgegeben, hat mich dazu stark angeregt. Die Flüchtlingskrise macht das Thema besonders aktuell. Der folgende kurze Text - Grundlage ist ein Leserbrief an die SZ - mag das unterstreichen:

In Deutschland leben wir bislang im "Auge des Sturms" der Europakrise, aber Metaphern treffen nie so ganz. Die "Flüchtlingskrise" wird vor allem eine von Europas Hegemon. Die Flüchtlingsdströme aus Syrien erreichen Kerneuropa. Es gab Vermutungen, es bei dem "wir schaffen das" mit einer historischen Entscheidung der Kanzlerin zu tun zu haben. Das überrascht. Ihre Entscheidung war bemerkenswert, aber wohl doch so pragmatisch wie immer: Was wären die europapolitischen Folgen gewesen, hätte man Orban einfach weiter zugesehen? Doch wie soll eine Politik, die in Europa, wie auch in Deutschland, soziale Spaltungsprozesse bedenkenlos forciert, zu einer verfehlten weltpolitischen Rolle Europas führt (Habermas) und unser Land als einen der größten Waffenlieferanten dieser Erde dauerhaft an deren Kriegen verdienen lässt, den bislang schlicht hingenommenen Folgen solcher Politik in diesem einen Punkt plötzlich wirkungsvoll entgegentreten?

Das Erfordernis, in den durch Krieg verwüsteten Ländern die Ursachen der Flüchtlingsströme wirkungsvoll zu bekämpfen - und die "Herkunftsländer" der Flüchtlinge sind nicht Jordanien und die Türkei, wie Walter Gabriel mit schlechtem Pragmatismus gesagt hat - , müssten dann ebenso zum Thema werden, wie die Widersprüche der von neoliberalen Glaubenssätzen geleiteten Wirtschaftspolitik hier. Dann bei der Suche nach neuen politischen Antworten über Alternativen zu streiten, dürfte schwerlich in Merkels Absicht liegen. Es überrascht nicht, dass der Druck zur "Reform" des Asylrechts wuchs - mit der CSU als Treiber und möglichst ohne größere, grundsätzliche Diskussion. Einschnitte in die bisherige Praxis sind bisher erfolgt. Nach dem Lob der "historischen Entscheidung" (SZ) der Kanzlerin tritt Ernüchterung ein. Die Politik handelt wie gewohnt praqmatisch. Von Immanuel Kants "Hospitalität" scheinen wir in einem Land, in dem nach der "Willkommenskultur" die Fremdenfeindlichkeit wächst - begleitet von immer mehr Brandstiftungen - politisch weit entfernt. Eine neu belebte Friedensbewegung täte Not, wenn wirklich politische Kursänderungen angestoßen werden sollten.

Seit einer USA-Reise im April dieses Jahres (Kalifornien und der Südwesten) hatte ich vor, aus meinen Tagebuchaufzeichnungen einen kleinen literarischen Text über ein "fremde Welten" zu schreiben. Ältere literarische Texte wie die von Wolfgang Koeppen (1959) und Christa Wolf (2010) waren dabei in mancher Hinsicht inspirierend. Er ist nun fertig, und ich habe ihn unter der Rubrik Literarisches neu eingestellt.

Für mich hat sich nicht nur der alte Satz bestätigt, dass Reisen bildet. Vor allem ist es so, dass die Erfahrung des Fremden, den Blick des Beobachters schärft, inspirierende Impulse auslöst, zum Nachdenken anregt. Reisetagebücher schreibe ich deshalb fast schon immer. Einige ältere - von Reisen in Länder des untergegangenen Realsozialismus, nach Indien, Ägypten, Kreta - habe ich neu ausgegraben. Mal sehen, was sich daraus machen lässt. Den durch die USA-Reise inspirierten Text habe ich jetzt unter dem Titel

· Fremde Welten: Grandiose Natur - Albträume beim Sinkflug des Adlers

Auf meine Homepage eingestellt

Wie bereits auf meinem letzten Blog angekündigt, bemühe ich mich derzeit um weitere Zeitschriftenveröffentlichungen. Und wie immer sind weitere Textproduktionen in Arbeit. Da ich neue Texte, veröffentlicht an anderer Stelle, in aller Regel später auch auf meine Homepage nehme, wird eine nächste Aktualisierung zusammen mit einem neuen Blog nicht allzu lange auf sich warten lassen. In der Hoffnung, dass BerucherInnen dieser Seiten auch dieses Mal Textangebote finden, die für sie von Interesse sind, verbleibe ich

Mit besten Grüßen

Dr. Helmut Martens

Zur Fortschreibung meiner Homepage in Zeiten, in denen die Verhältnisse immer mehr "aus den Fugen" geraten

Die letzte Aktualisierung liegt schon wieder fünf Monate zurück

Diese Homepage ist vor ca. fünf Jahren online gegangen. Damals war das ein wichtiger Teil meiner Anstrengungen, zum Ende meiner Berufsbiographie eine weiter fortgesetzte Arbeit an wissenschaftlichen wie (arbeits)politischen Gegenständen meines Interesses zu strukturieren. Diese Bemühungen waren erfolgreich, aber meine Homepage entwickelte auch eine Eigendynamik und hat so meine weitere Arbeit deutlich beeinflusst. Sichtbar wird es nicht zuletzt an der Veränderung der Rubriken, unter denen ich meine wissenschaftlichen Texte geordnet habe - und vor allem an der Veränderung der Rubrik Essays, die für mich zugleich zunehmend an Gewicht gewonnen hat. Unübersehbar wurde das für mich bei der "Generalinventur", die ich zu Beginn dieses Jahres vorgenommen habe.

Die letzte Aktualisierung meiner Homepage ist Anfang März dieses Jahres erfolgt. Im Zentrum stand die "Generalinventur", die auch mit der Einstellung zweier neuer, einiger älterer neu eingestellter und einiger älterer nun aktualisierter Texte verbunden gewesen ist. Außerdem konnte ich auf drei neue Aufsatzveröffentlichungen verweisen. Zugleich ist Anfang des Jahres die Nutzerstatistik, über die ich sonst regelmäßig informiert habe, von meinem Provider umgestellt worden. Ich verfüge daher derzeit nicht über aussagekräftige Daten. Insgesamt scheinen die Besucherzahlen derzeit aber rückläufig zu sein. Das würde bedeuten, dass ich ein Ziel meiner Generalinventur, nämlich die Verstetigung der Besucherzahlen, nicht erreicht habe Es mag aber auch sein, dass die alte Statistik einen unrichtigen zu positiven Eindruck vermittelt hat.

Ich hatte in den vergangenen vier Monaten zwei Arbeitsschwerpunkte: Zum einen habe ich in Verbindung mit der Jahrestagung des "Forums neue Politik der Arbeit" im März 2015 an der Aufbereitung ihrer Ergebnisse und an der vertieften Auseinandersetzung mit bestimmten Aspekten der Europakrise gearbeitet. Seit der Drohung mit dem "Grexit auf Zeit" hat die EU neue Risse bekommen. Ihre Krise wird sich fortsetzen. Sie wird für mich ein zentrales Thema bleiben. Zum anderen habe ich im Zusammenhang einer zeitlich begrenzten Reaktivierung der Mitarbeit in meiner früheren Forschungsgruppe - nun nicht mehr an der sfs, sondern im Rahmen der Dortmunder Forschungsgruppe Arbeit, Prävention, Politik (DoFAPP.de) - noch einmal intensiver an alten arbeitspolitischen Themen gearbeitet. Ich habe mir aber auch sehr bewusst, erstmals seit meinem Wechsel in den "Unruhestand" vor über vier Jahren, so etwas wie eine zweimonatige "Auszeit" genommen. Sie war u.a. mit einer längeren USA-Reise verknüpft, gab Anlass zum Lesen und Nachdenken und war letztlich ähnlich produktiv wie die Beschäftigung mit den beiden zuvor genannten Arbeitsschwerpunkten.

Neue (arbeits)politische Texte

Wie die BesucherInnen meiner Homepage wissen, sind die deutschen Gewerkschaften über meine gesamte Berufsbiographie hinweg immer wieder Gegenstand meines wissenschaftlichen und arbeitspolitischen Interesses gewesen. Die Vielzahl der Texte unter den Rubriken "Gewerkschaften, "Arbeit und Politik" oder auch "Mitbestimmung" sowie "Neue Wirtschaftsdemokratie" belegen das nachdrücklich. Unsere Gewerkschaften sind herausragend wichtig für die Entfaltung einer "neuen Politik der Arbeit". An den Arbeiten des "Forums neue Politik der Arbeit" (www.fnpa.de) nehme ich daher aktiven Anteil, seit es 2001 gegründet worden ist.

Die Gewerkschaften angesichts der multiplen Krisenentwicklungen, denen wir uns heute gegenübersehen, als eine unverzichtbare reformpolitische Kraft zu verstehen, ist heute allerdings nicht mehr selbstverständlich. Insbesondere in Teilen des ökologischen Diskurses sind sie da seit längerem eher abgeschrieben - so sprechen z. B. Claus Leggewie und Harald Welzer (2009, 144) in ihrer begründet sehr kritischen Analyse über "Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie" von einer "übergreifenden Kapital-Arbeit-Allianz", in die Gemeinwohlinteressen unter Gesichtspunkten von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz kaum Eingang fänden. Man kann das als Reflex auf schon sehr viel ältere, früh resignierte Einschätzungen vormals linker Gewerkschaftskritiker ansehen, die, wie etwa Walther Müller Jentsch (1984,27) im Blick auf das Verhältnis von Gewerkschaften und neuen sozialen Bewegungen davon gesprochen haben, dass die Gewerkschaften "zum integralen Bestandteil des mit dem Industrialismus symbiotisch verbundenen bürokratischen Gehäuses geworden" seien und man von ihnen nicht erwarten könne, dass "sie den Pakt der klassenübergreifenden Wachstumsallianz aufkündigten". Der, höchst gewichtige, Unterschied liegt dann darin, dass die Einen vom "Ende der Welt, wie wir sie kannten" sprechen und einen Bruch mit unserem linearen Fortschrittsdenken fordern, während der Andere heute, nach dem Ende der "klassenübergreifenden Wachstumsallianz", in einer nun unübersehbar konservativen Wendung und mit Anleihen an ordoliberale wirtschaftspolitische Konzepte die Neubelebung einer "sozialen Marktwirtschaft" fordert.

Die Positionen, die man da auf meiner Homepage ausweislich einer Reihe neuerer Aufsätze im Blick auf das Thema Gewerkschaften findet, sind deutlich anders.

" So vertrete ich im Anschluss an die FNPA-Jahrestagung 2015 über "nationale europäische Gewerkschaften in Zeiten der Eurokrise ( Siehe das Protokoll unter www.fnpa.de) in meinem Aufsatz "Europa-Krise, neuer Protestzyklus und Gewerkschaften" erneut die schon Mitte der 1980er Jahre verfolgte These, dass es trotz unterschiedlicher Handlungslogiken von Gewerkschaften und neuen sozialen Bewegungen möglich ist, solche Unterschiede auszuhalten und produktiv zu machen, und dass es eben darauf ankommt. Die Gewerkschaften in Europa sind angesichts epochaler Umbrüche in der Defensive, und sie sind geschwächt. Sie stehen damit aber vor der Herausforderung sich als Institutionen, die sie geworden und als die sie gefährdet sind, auf ihren Entstehungsgrund aus einer sozialen Bewegung heraus zu besinnen und Berührungsflächen zu neuen sozialen Bewegungen herzustellen. Und dies ist, wie man an den Entwicklungen in Südeuropa sehen kann, möglich - nicht zuletzt weil Gewerkschaften Organisationen der lebendigen Arbeit sind.

" Naheliegender Weise habe ich in diesem Zusammenhang zumindest einige Ausschnitte der aktuellen wissenschaftlichen Debatte über die Krise der Europäischen Union intensiver verfolgt. Insbesondere eine Debatte im Leviathan, fokussiert auf die politische Krise der EU hat hier meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen: zum einen, weil u.a. Jürgen Habermas in dieser Debatte involviert war, weiter weil in einem der ersten Beiträge dazu die mögliche Rolle der Gewerkschaften für eine transnationale Politisierung der Europa-Krise angesprochen worden ist. Und schließlich vor allem deshalb weil in den Repliken darauf letztlich nur Handlungsdilemmata des herrschenden Politikbetriebs konstatiert werden. Das ist zutiefst unbefriedigend. Ich habe deshalb eine Replik auf diese Repliken geschrieben. Falls ich sie anderweitig nicht veröffentlichen kann, werde ich sie demnächst auf dieser Homerpage einstellen.

" Im Zuge meiner Mitarbeit in der DOFAPP-Gruppe bin ich schließlich im Zuge einer Bilanzierung der einschlägigen und meiner eigenen empirischen Forschung aus den letzten zwanzig Jahren am Beispiel der Mitbestimmung exemplarisch der Frage nachgegangen ob diese Institution so stabil ist, wie im, Mainstream der Industriesoziologischen Forschung behauptet, oder ob sich im Kontext widersprüchlicher Entwicklungen zwischen Erosion und Versuchen der Revitalisierung realistische Neuansätze konzipieren lassen. In dem nun hier neu eingestellten Aufsatz "Erfolgsbilanz oder Herausforderung zu einem Neustart" habe ich gezeigt, dass die Mitbestimmung zum einen nicht sinnvoll nicht ohne Berücksichtigung der Gewerkschaften behandelt werden kann und dass sie zum anderen in Betrieb und Unternehmen im Zusammenhang betrachtet werden muss. Die Mitbestimmung ist heute einerseits von Erosionsprozessen bedroht, angesichts der Veränderungen von Arbeit aber auch mit neuen Chancen für eine Demokratisierung der Arbeit verknüpft. Deshalb stellt sich für die Gewerkschaften die Herausforderung zu einem "Neustart".

" Vor diesem Hintergrund stellt sich die weiterführende die Frage, ob die "Gewerkschaften als Protagonisten einer neuen Wirtschaftsdemo-kratie" eine Chance haben, wieder stärker in die Offensive zu kom-men. Von seiner Entstehung in Deutschland her handelt es sich hier ja ein ureigenes gewerkschaftliches Projekt, das aber unter den Bedin-gungen "neuer Arbeit" sowie des zusätzlichen Schubs, den das neoliberale Rollback mit der Implosion des Realsozialismus erhalten hat grundlegend neu gedacht werden muss. Auf diesen Aufsatz, der schon länger auf dieser Homepage eingestellt ist, möchte ich in diesem Zusammenhang noch einmal verweisen.

Damit verknüpft - wieder im Blick auf die europäische Handlungsebene vor dem Hintergrund der Europa-Krise - stellt sich aber auch die Frage, ob die Gewerkschaften bereit und in der Lage dazu sind, wirtschaftspolitische Forderungen weiter zu konkretisieren und in den öffentlichen Diskurs im Wege einer Entfaltung eigener Kampagnen einzubringen, die überhaupt erst den Raum für eine überfällige Demokratisierung von Arbeit und Wirtschaft schaffen. Dass die deutschen Gewerkschaften hier eine eigentlich außerordentlich erfreuliche Beschlusslage kaum in den öffentlichen Diskurs über die seit der Wahl von Syriza neu und anders zugespitzte Europa-Krise einbringen (können?), macht da allerdings noch wenig Hoffnung. Hier gilt es weiterhin, so die These eines spanischen Gewerkschafters auf der letzten FNPA-Jahrestagung, den chronischen Mangel an Phantasie im eigenen Denken zu beheben.

Neue Essays - oder vom Nutzen einer produktiven Mußezeit

Wer nach der Generalinventur dieser Homepage den einen oder anderen meiner Essays gelesen hat, auch den Text, in dem ich mein Verständnis dieser Rubrik neu durchdacht habe - unter anderem nach einer intensiveren Auseinandersetzung mit Michel de Montaigne, dem Erfinder dieser literarischen Form - wird bemerkt haben, dass ich hier, fast wie von selbst, dazu übergegangen bin, parallel zu der Arbeit an den mich wissenschaftlich und philosophisch interessierenden Gegenständen, sozusagen auf einer Art Metaebene darüber zu reflektieren, wie sich Bezüge zu den Gegenständen meines Interesses durch die Wahl neuer oder erweiterter Blickwinkel verändern oder auch was solche Veränderungen von Gegenstandsbezügen für mich selbst bedeuten. Zuletzt sah ich mich so noch einmal zu einer Reflexion meiner "grenzgängerischen Bezüge zur Arbeits- und Industriesoziologie" während meiner Erwerbsarbeitszeit als empirischer Arbeitsforscher veranlasst, davor, parallel zu meiner Arbeit an meinem letzten Buch, zu noch sehr viel grundsätzlicheren Überlegungen "am Anfang und am Ende unserer Zeit". Zwei neue Essays kommen nun hinzu:

" Ich habe im letzten Jahr begonnen, meine zuletzt sehr passive Mitgliedschaft in der DoFAPPGruppe über Mit- und Zuarbeit in einem schon laufenden Pro-jekt zu aktivieren. Damit verknüpft war die Idee, gemeinsam mit einem früher guten Freund und Kollegen ein Nachfolgeprojekt zu entwickeln, das von Problemen der Demokratisierung von Arbeit zu solchen der Demokratisierung von Wirtschaft weitzerführen könnte. Die Konkretiserung solcher Überlegungen ist rasch "stecken geblieben" . Der Essay "Demokratisierung der Arbeit - Demokratisierung der Wirtschaft" reflektiert aus meiner Sicht die Gründe hierfür, die nicht so einfach in Unterschieden konzeptioneller Art liegen, die man ja vielleicht auch produktiv machen könnte. Zugleich ist der Essay eine Fortführung meiner Reflexionen zu den Schwierigkeiten der produktiven Verknüpfung von anwendungsorientierter Forschung und grundlagentheoretischer Arbeit.

" Zu dem zweiten Essay "Die Elixiere der Wissenschaft - Reflexionen über technischen und sozialen Fortschritt" wurde ich durch die Lektüre eines nicht mehr ganz neuen Buches von Hans Magnus Enzensberger (2002) ver-anlasst. Der Essay ist aber zugleich eine Fortsetzung einiger meiner Arbeiten aus den letzten 15 Jahren. Wäre ich früher auf dieses Buch des Diderot-Kenners und -Verehrers Enzensberger gestoßen, hätte ich es sicherlich im Rahmen meiner Auseinandersetzung mit dem französischen Aufklärer verar-beitet. Nun war meine knapp zweimonatige "Auszeit", die mich u.a. nach Kalifornien und in die Nähe des Silicon Valley geführt hat, ein in mehrfacher Hinsicht willkommener Anlass, in Auseinandersetzung mit Enzensbergers hoch anregendem Buch eigene Überlegungen weiter voranzutreiben.

Ich hoffe, dass ich mit den beiden Essays und den beiden Aufsätzen für die Besu-cher meiner Homepage auch dieses Mal den einen oder anderen interessanten Text anzubieten habe. Und ich hoffe, dass in nicht allzu großem zeitlichen Abstand weitere Texte folgen werden.

Dortmund, 16.8.2015

Helmut Martens

Generalinventur

Mein Provider hat im Laufe des Januar 2015 sein statistisches Auswertungsprogramm umgestellt. Ich kann daher dieses Mal keinen Jahresüberblick über die Nutzung meiner Homepage geben, und die Angaben zu Januar und Februar dieses Jahres erscheinen mir noch nicht besonders aussagekräftig. Informationen zu diesem Punkt entfallen daher dieses Mal.

Im Zuge einer "Generalinventur" meiner Homepage habe ich in den letzten Wochen Änderungen vorgenommen. Sie ist inzwischen gut vier Jahre online. Allein die Zahl der wissenschaftlichen Texte zum Download hat sich von 30 beim Start auf inzwischen über sechzig mehr als verdoppelt, Unterrubriken wurden verändert oder sind neu hinzugekommen. Für Besucher meiner Seiten dürfte eine gewisse Unübersichtlichkeit entstanden sein. Zusammen mit der Erstellung eines neuen, benutzerfreundlicheren Designs habe ich deshalb einige Mühe darauf verwandt, einen besseren Zugang zu den Texten zu eröffnen. Insbesondere auf die folgenden Veränderungen möchte ich hinweisen:

1. Die Neugestaltung der Startseite schafft insgesamt eine sehr viel bessere Übersichtlichkeit. Über die vier Felder Aktuelles, Blog, zur Person und Texte zum Download gelangt man jeweils auf weitere Seiten/Rubriken und Unterrubriken

2. Unter den Angaben zur Person finden sich, wie schon bisher, Angaben zu meiner Berufsabiographie, curriculum vitae, eine Liste aller meiner Veröffentlichungen und meine E-Mail-Adresse, für den Fall, dass jemand Kontakt zu mir aufnehmen möchte.

3. Die Texte auf meiner Seite Aktuelles haben sich im Verlauf der beiden letzten Jahre zu einer Art Blog entwickelt. Ich habe daher zwei Änderungen vorgenommen: Auf der Seite Aktuelles gibt es zu den jeweiligen Änderungen eine Kurzinformation "auf einen Blick". Daneben gibt es auf der Seite Blog ausführlichere Informationen. Außerdem werden die vorherigen Informationen unter dieser Rubrik nun nicht mehr bei jeder neuen Aktualisierung gelöscht. Bei Interesse können also ältere Aktualisierungen nachgeschlagen werden. Ich habe sie, soweit bei mir dokumentiert, wieder neu eingestellt.

4. Die Seite Texte zum Download untergliedert sich in drei weitere Seiten.- Es gibtwissenschaftliche Texte, literarisches und komplette Bücher oder Buchmanuskripte

5. Bei den wissenschaftlichen Texten findet sich zunächst eine Übersicht über die nunmehr 10 Unterrubriken. Vorangestellt ist ein kurzer Text, der die Veränderungen/Erweiterungen dieser Unterrubriken erläutert, die ich bei meiner "Generalinventur" vorgenommen habe.

6. Weiter gibt es zu jeder Unterrubrik vor der Liste der dort eingestellten Texte jeweils einen Absatz, der einen groben Überblick über die Texte gibt, die dort zu finden sind. Hingewiesen wird auf unterschiedliche Zeiträume und Kontexte der Entstehung einzelner Texte, wechselseitige Bezüge oder ähnliches.

7. Die Liste der Texte selbst habe ich in Form einer tabellarischen Übersicht gestaltet. Hinter jedem einzelnen Aufsatz befinden sich zwei Jahreszahlen. Aus der ersten ist zu ersehen, wann ein Text geschrieben wurde, aus der zweiten, wann er erstmals auf die Homepage genommen wurde. Neu eingestellten Texten ist ein "" vorangestellt.

8. Alle 30 wissenschaftlichen Texte, die ich schon 2010 auf meine Homepage genommen habe, bin ich noch einmal redaktionell durchgegangen. Es ging zumeist um eine Angleichung des Lay Outs, und um kleinere Korrekturen von formalen Fehlern und Ergänzungen, einmal auch die Ergänzung einer fehlenden Literaturliste. In der Regel ging es mir aber vor allem darum, zu den älteren Texten anzumerken, in welchem Kontext sie entstanden sind, wo sie veröffentlicht worden sind, oder, wenn es sich um Erstveröffentlichungen handelt, woran eine Veröffentlichung in einem Printmedium gescheitert ist.

9. Auch auf der Seite literarisches habe ich Veränderungen vorgenommen - u.a. um Dopplungen zu vermeiden, nachdem ich inzwischen mehrere Lyrikbände als E-books komplett eingestellt habe.

10. Einzeln abgreifbar, bzw. gegliedert in sieben Blöcke, sind auf der Seite literarisches Gedichte und Kurzprosa aus einem Band, den ich 2006 im Selbstverlag herausgegeben habe. Zwei dieser Blöcke habe ich neu eingestellt. An ein, zwei anderen Stellen habe ich später entstandene Gedichte hinzugefügt.

Ich habe ferner - gemeinsam für wissenschaftliche wie auch literarische Texte - eine neue Seite mit kompletten Büchern oder Buchmanuskripten eingerichtet. Meine literarische Textproduktion hat in den letzten Jahren ja zu zwei E-books geführt, die sich nicht verkauften, und die ich deshalb auf meine Homepage zum kostenlosen Download gestellt habe. Ein dritter, älterer Text "Augenblicke-Lebenszeit" ist nun im E-book-Format hinzugekommen. Bei den Wissenschaftlichen Texten habe ich den "Steinbruch" meines unveröffentlichten Manuskripts von 2011 um ein weiteres Buchmanuskript ergänzt, das ich zwischenzeitlich fast vergessen hatte. Es handelt sich um das Manuskript einer Habilitationsschrift aus dem Jahr 2005 zu " Arbeitsforschung und Arbeitspolitik", die nicht angenommen wurde und dann "liegengeblieben ist. An den im Manuskript behandelten Themenkomplexen habe ich zwar weitergearbeitet, aber einige Kapitel sind sicher immer noch interessant. Diese Homepage wird sicherlich allem mit neuen Texten zu aktuellen Themen lebendig bleiben; aber sie bietet sich eben auch dazu an, bestimmte Entwicklungen von eigenen Positionen zu dokumentieren.

Neben der Generalinventur gibt es auch wieder neu eingestellte Texte, neu geschriebene, aber auch einige wenige ältere, deren Veröffentlichung auf dieser Seite eben durch sie angeregt worden ist. Auf der Seite Aktuelles gibt es dazu einen Kurzüberblick. Im Folgenden gebe ich dazu noch etwas ausführlichere Informationen:

· Zum Themenfeld "Neue Wirtschaftsdemokratie" habe ich im Februar den Aufsatz Alte und neue Wirtschaftsdemokratie in der Zeitschrift Sozialismus veröffentlicht, den ich nunmehr auch auf meiner Homepage einstelle. Zuletzt hatte ich in meinem Essay Zwischen Elitenherrschaft und radikaler Demokratie demokratietheoretische Überlegungen, die mir in diesem Zusammen hang wichtig sind, noch einmal pointiert zusammengefasst. In dem neuerlichen Aufsatz zu neuer Wirtschaftsdemokratie, der eher auf aktuelle politische Debatten bezogen ist, geht es mir insbesondere darum, gegen die ungebrochenen Bemühungen der in Europa herrschenden Austeritätspolitik zur Durchsetzung einer "marktkonformen Demokratie" die demokratische Dimension von "Neuer Wirtschaftspolitik" stark zu machen, die an die vorhandenen Potenziale zu einer Demokratisierung der Arbeit an knüpfen könnte.

· Der Essay über meine "grenzgängerischen Erfahrungen mit der Industriesoziologie" ist in gewisser Weise thematisch eng angelagert. Die wohlbegründete Kritik des "Forums Gewerkschaften" an in der Industriesoziologie vertretenen Positionen, die meinen für die letzten Jahrzehnte geradezu von einer Erfolgsbilanz der Mitbestimmung sprechen zu können(Supplement zum Sozialismus 12/2014), war u. a. noch einmal der Anlass dazu, meine eigenen berufsbiographischen Bezüge zu dieser Disziplin zu reflektieren. Eine Rolle spielte freilich auch, dass meine eigene umfängliche Mitbestimmungsforschung in dieser "Erfolgsbilanz" geflissentlich "übersehen" worden ist. Einmal mehr komme ich zu dem Ergebnis dass die Industriesoziologie sich in ihrem akademischen Mainstream von einem einmal umfassenderen gesellschaftlichen Gestaltungsanspruch ausgehend als soziologische Spezialdisziplin zunehmend selbstreferentiell und selbstbescheiden entwickelt hat.

Weiter habe ich im Zuge der Generalinventur dieser Homepage, wie erwähnt, einige alte Texte neu aufgenommen. Auf drei Texte, zu deren Einstellung auf die Homepage ich nicht zuletzt durch den eben erwähnten Essay angeregt wurde, will ich kurz eingehen. Bei zweien, die sich beide mit meinen Erfahrungen an der sfs auseinandersetzen, schien es mir angebracht, sie in der entsprechenden Unterrubrik einzustellen. Der dritte ist eine systematische Auseinandersetzung mit der industriesoziologischen "Krisendebatte" in den Jahren 2002 bis 2008, den ich seinerzeit in der "Sozialen Welt" veröffentlicht habe. Ich sah nun einen gegebenen Anlass, ihn auch auf meine Homepage zu stellen.

· Der Text "Arbeits- und Industriesoziologie. Ende der Debatte heißt nicht Ende der Krise" nahm kritisch zu Versuchen Stellung, diese damalig Debatte mit dem Hinweis auf eine doch immer noch solide Institutionalisierung des Faches für beendet zu erklären und rückte die Diskussion zugleich in den Zusammenhang einer übergreifenden kritischen Beurteilung der Soziologie insgesamt, wie sie damals insbesondere von M. R.- Lepsius wiederholt formuliert worden war.

· Der Text über "Forschung, Transfer und Beratung als Herausforderung" ist die verschriftete Fassung des Vortrags, den ich anlässlich meiner Verabschiedung aus der sfs vor deren wissenschaftlichem Beirat gehalten habe. Ich habe ihn zwar in meiner Bilanz im Blick nach vorne veröffentlicht ("Anschlussfähigkeit oder politische Subjektivierung", Martens 2013), aber zur Komplettierung dieser Unterrubrik ist er mir doch wichtig.

· Der zweite Text "Zum sozialen Konflikt gestern und heute" stand vorher an anderer Stelle auf dieser Homepage und befand sich vor allem im Zustand eines von mir seinerzeit schlecht redigierten Selbstverständigungstextes aus dem Jahr 2005. Ich habe ihn gründlich überarbeitet, deshalb auch neu datiert, und nun eben falls unter den Texten eingereiht, die aus meinem Blickwinkel ein Licht auf bestimmte Entwicklungen des Landesinstituts Sozialforschungsstelle Dortmund werfen.

Allen BesucherInnen meiner Homepagehoffe ich mit der Generalinventur einen besseren Zugang zu den hier eingestellten Texten zu ermöglichen. Ich wünsche Ihnen/Euch eine anregende Lektüre und vielleicht auch Spaß beim Lesen des einen oder anderen Textes. Neue Texte sind bereits in Arbeit.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Helmut Martens, Dortmund, 01.03. 2015

Eintrag vom 29. 08. 2014

Meine Homepage erfreut sich weiter stetig einer beachtlichen Aufmerksamkeit. Von September 2013 bis August 2014 gab es knapp 12.000 Anfragen und gut 4.700. Besuche. Mehr als 7.600 Mal wurden einzelne Seiten besucht und rund 12.000 Texte wurden heruntergeladen. Die Zahl der PCs, von denen aus meine Homepage monatlich besucht wird, hat sich weiter erhöht. Der "Spitzenmonat" liegt nun bei 334 Rechnern. Das dürfte sich gerne weiter so entwickeln.

Zu berichten ist auch dieses Mal über einige neue Texte, aber. Im Überblick sind dies:

· ein Tagungsbericht zur Jahrestagung des FNPA in den SPW vom Juli 2014,

· die Veröffentlichung meiner Thesen zur Europa-Krise ebenda,

· die Dokumentation eines Aufsatzes in der Gegenblende, Ausgabe Mai/Juni 2014nun auch auf meiner Homepage,

· drei neue Texte unter der Rubrik "Philosophische Texte",

· eine Überarbeitung meines Textes "Ideologie und Ideologiekritik" sowie

· mein E-Book "Unter dem Brennglas- im weiten Gedankenflug", das sich bei Amazon nicht verkaufen ließ und nun zum Download frei zugänglich ist.

Im Weiteren gebe ich zu diesen Veröffentlichungen und Texten einige nähere Informationen:

· Auf den Tagungsbericht und die Veröffentlichung der Europathesen in den SPW weise ich hier nur hin, um sichtbar zu machen, dass ich mich um eine weitere Verbreitung dieser Texte erfolgreich bemüht habe. Sie standen ja schon zuletzt auf dieser Homepage und/oder waren auf der Homepage des FNPA zu finden. Die Thesen in den SPW wurden geringfügig redaktionell verändert, und ich habe ihnen eine kurze Einschätzung der Ergebnisse der Europawahlen vorangestellt.

Rubrik "politische Texte"

· Subjektivierung für ein reifes zivilisatorisches Modell

Ähnliches wie für den Tagungsbericht gilt für die Dokumentation meines Aufsatzes aus der Gegenblende vom Mai dieses Jahres. Es geht um die Komplettierung meiner laufenden Textproduktion auf meiner Homepage. Dass ich meine Überlegungen zu den multiplen Krisenentwicklungen, mit denen wir konfrontiert sind, und zu den Herausforderungen zu politischer Subjektivierung und Selbstermächtigung der "Menge der Vielen" dort präsentieren - und so vielleicht auch ein wenig für mein letztes Buch werben - konnte, war sehr erfreulich.

Rubrik "Philosophische Überlegungen"

Ich habe diese Rubrik im April dieses Jahres neu eingerichtet und zunächst zwei neue und zwei schon etwas ältere Texte dort eingestellt - von vorneherein in der Absicht, diesen Arbeitsstrang fortzuführen, der mir - nicht nur für die eigene Selbstverständigung - zunehmend wichtig geworden ist. Jetzt sind drei weitere Texte hinzugekommen:

· Neu: "Philosophische Reflexionen II"

Schon zuletzt hat es sich aus meiner Sicht bewährt, parallel zur Auseinandersetzung mit weiteren Autoren und der Arbeit an Fragen und Themen, die sich damit ergeben, eine zusätzliche Reflexionsebene einzuziehen. Es geht darum, sich gewissermaßen auf einer Art Meta-Ebene fortlaufend des Ganges der eigenen Arbeiten zu vergewissern. Das habe ich daher parallel zu meinen Arbeiten zu Denis Diderot und Michael Tomasello fortgesetzt, und so den Text Denis Diderot: vergessenes Erbe oder Dialektik der Aufklärung und die Frage nach unserem Welt- und Selbstbild angesichts der Krise des demokratischen Projekts der Moderne als "philosophischen Reflexionen II " nun an den Anfang der neuen Texte gestellt.

· Neu: "Denis Diderot und das vergessene Erbe der Aufklärung"

Der Titel zu diesem etwas längeren Text ist dem bemerkenswerten Buch von Philip Blom entlehnt - dann aber um einen Untertitel erweitert, der sich aus Anknüpfungen an eigene vorausgegangene Auseinandersetzungen mit dem Erbe und der vermeintlichen "Dialektik der Aufklärung" ergibt - alles dies angesichts der aktuellen Krise des demokratischen Projekts der Moderne, das seine Wurzeln ja im Denken der europäischen Aufklärung hat. Und Diderot, von der Nachwelt lange als Philosoph verkannt, ist da - wie ich in meiner intensiven Auseinandersetzung mit seinen im Deutschen zugänglichen philosophischen Texten sowie der deutschen Sekundärliteratur zeige - für uns Heutige hoch aktuell.

· Neu: Am Anfang steht die Handlung - am Ende ein "losgelassener Verzehrungsprozess"? Die Krise des demokratischen Projekts der Moderne im Licht von Michael Tomasellos Konzept der geteilten Intentionalität

Dieser Aufsatz greift die aktuelle Debatte über die Arbeiten des Anthropologen und Verhaltensforschers Michael Tomasello auf. Es geht mir darum, von deren Ergebnissen her das Ziel der radikalen Aufklärer um Denis Diderot, "ein klarsichtiges und gelassenes Erkennen unseres Platzes in der Natur als hochintelligente, emphatisch veranlagte Primaten" zu gewinnen, nun auf der Höhe von wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer Zeit im Hinblick auf weiterführende philosophische Fragen zu reflektieren. Dabei liegt der neuerliche Rückbezug auf Helmuth Plessners Philosophische Anthropologie nahe. Ich habe ihn inzwischen um einen kritischeren Blick auf dessen Arbeiten über Anthropologie und Philosophie der Politik erweitert.

· Neu (bzw. grundlegend überarbeitet): Ideologie und Ideologiekritik oder Selbstaufklärung der Gesellschaft ?

Die Erstfassung des Aufsatzes habe ich 2011/12 geschrieben, nachdem ich die Neuherausgabe von Louis Althussers "ideologischen Staatsapparaten" zum Anlass einer Neulektüre genommen hatte. Zwischenzeitlich liegt zum einen Etienne Balibars rückblickende Bewertung dieses Textes in deutscher Sprache vor und ich selbst habe zum anderen meine eigenen Bezüge auf die Debatten um "Marx als unvollendetes Programm" (Negt/Kluge 1981) und die Krise des Marxismus von meinen heutigen Positionen ausgehend neu reflektiert. Siehe meinen Aufsatz "Absolute Bewegung des Werdens…", der schon seit der letzten Aktualisierung auf dieser Homepage zu finden ist. Eine gründliche Überarbeitung war von daher zwingend. Herausgekommen ist ein längerer Text, zu dem ich eine gekürzte und auf die Frage der Selbstaufklärung im politischen Prozess der Gesellschaft zugespitzte Fassung parallel bei einer Zeitschrift eingereicht habe. Den Text von 2012 habe ich danach von der Homepage heruntergenommen.

Literarische Texte

Neu: Unter dem Brennglas - im weiten Gedankenflug. Essays, Kurzprosa und Gedichte im Epochenbruch MIt dem Buch habe ich in den Jahren 2006/7 eine literarisch-essayistische Textproduktion begonnen, die dann in den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit als Arbeitsforscher weitgehend liegen geblieben war. Wie schon seit längerem auf meiner Homepage dokumentiert, habe ich dieses Buch mit einigen Aktualisierungen dann 2012 bei Amazon als eBook veröffentlicht. Es hat sich dort nicht verkauft. Also habe ich mich nun umorientiert. Links mit näheren Hinweisen finden sich weiter an gewohnter Stelle; aber das eBook kann nun von meiner Homepage heruntergeladen werden. Ich hoffe, auf diesem Weg einige vielleicht interessierte LeserInnen zu erreichen.

Helmut Martens

Dortmund 29. 08. 2014

Eintrag vom 27. März 2014

Meine Homepage erfreut sich weiter stetig einer erfreulichen Aufmerksamkeit. Von März 2013 bis Februar 2014 gab es gut 18.500 Anfragen und über 4.200 Besuche. Ca. 7.300 Mal wurden einzelne Seiten besucht und über 10.000 Texte wurden heruntergeladen. Die Zahl der PCs, von denen aus meine Homepage monatlich besucht wird, hat sich von knapp 150 vor einem Jahr auf ca. 250 im Januar deutlich erhöht. Ein klein wenig habe ich die Hoffnung, dass neue Buch- und Aufsatzveröffentlichungen noch einmal einen neuen Impuls geben könnten. Ich wäre aber auch schon zufrieden, könnte ich die inzwischen erreichte Aufmerksamkeit für meine Homepage weiterhin sichern. Die zunehmenden Anfragen nach Veröffentlichungen, in den Semesterferien - also dann, wenn Semesterarbeiten geschrieben werden - und nach gelegentlichen Rundbriefen an meinen Verteiler stimmen mich da durchaus optimistisch.

Zu berichten ist dieses Mal über vergleichsweise viele neue Texte und Veränderungen. Im Überblick sind dies:

· eine neue Buchveröffentlichung im Verlag Westfälisches Dampfboot,

· zwei Thesenpapiere zur Europa-Krise, entstanden im Zuge meiner Mitarbeit im Forum Neue Politik der Arbeit (www.FNPA.de), eingestellt in der Rubrik Politik,

· eine unter den Texten zum download neu eingerichtete Rubrik "Philosophische Überlegungen", in die ich insgesamt vier Texte eingestellt habe,

· einen neuen Aufsatz zu "Sport als Spiegel der Gesellschaft" - passend zur Fußball WM.

Im Weiteren gebe ich zu diesen Veröffentlichungen und Texten einige nähere Informationen:

Neu erschienen:

Politische Subjektivierung und neues zivilisatorisches Modell

Plessner,. Elias, Arendt, Rancière und Foucault zusammen- und weiterdenken

Es schließt an mein Buch "Anschlussfähigkeit oder politische Subjektivierung" an und ist wie dieses im Verlag Westfälisches Dampfboot erschienen (220 Seiten, 29,90 €), nachdem die Arbeit an dem Manuskript im Wesentlichen im Juni 2013 abgeschlossen war. (Link zum Flyer) Es verknüpft Analysen zu den Herausforderungen multipler Krisenentwicklungen - in Ökonomie, Ökologie und Politik - mit eher grundlagentheoretischen soziologischen, aber auch mit philosophischen Überlegungen. Der Titel hebt insbesondere auf diesen grundlagentheoretischen und philosophischen Arbeitsstrang ab. Ich führe in dem Buch aber auch Stränge aus meiner früheren wissenschaftlichen Arbeit und meinem Engagement im "Forum Neue Politik der Arbeit" (FNPA) weiter.

Im Zusammenhang mit dem Erscheinen des Buches habe ich mich entschlossen, zwei Aufsätze, die im Anschluss an diese Arbeit entstanden sind, bei den Texten zum Download einzustellen. Außerdem habe ich hier, einen weiteren Text dokumentiert, der im Wesentlichen parallel zu der Arbeit an dem Buchmanuskript entstanden ist und einige Auskunft über meine Hintergrundüberlegungen - bei meiner Hinwendung zu philosophischen Fragen - und neu weiterführenden Arbeitsschritten beinhaltet. Schließlich habe ich diesen drei Texten noch einen älteren Text "Über Philosophie" neu zugeordnet, der bislang unter der Rubrik Essays zu finden war. Für diese Texte habe ich die

Rubrik "Philosophische Überlegungen"

neu eingerichtet. Dort finden sich nun also folgende Texte:

· Neu: ‚Absolute Bewegung des Werdens‘ oder ‚losgelassene historische Prozesse‘?

Dieser Aufsatz wurde von mir im November 2013 abgeschlossen. Er führt im Zusammenhang meines Buchprojekts, in dem neben dem in Untertitel genannten AutorInnen selbstredend auch die für mich wichtigen Autoren aus marxistischen Diskursen einen bedeutenden Stellenwert haben (Bloch, Schumacher, Negt, Schmidt, Wolf), Überlegungen zur Kritik Hegelmarxistischer Konzepte weiter.

· Politische Subjektivierung und neues zivilisatorisches Modell

Es handelt sich hier um die erweiterte Fassung eines Vortragstexts, mit dem ich im Juni 2013 im Lenkungskreis des FNPA über mein Buchprojekt berichtet habe. Interessierte finden hier eine geraffte Darstellung von Kernargumentationen aus dem Buch, die vielleicht darauf neugierig machen.

· Neu: Reflexionen nach dem systematischen Einstieg in die vita contemplativa über Arendts "vom Leben des Geistes" - und dann nach Fertigstellung des neuen Buchmanuskripts "Subjektivierung und neues zivilisatorisches Modell"

Hier handelt es sich um Hintergrundüberlegungen zur eigenen Selbstverständigung, die ich im November 2012, parallel zur Arbeit an meinem Buch, begonnen und zunächst im April 2013 abgeschlossen habe. Nach Abschluss des zweiten der oben genannten Aufsätze habe ich nach reiflicher Überlegung entschlossen, den Text auf meiner Homepage zu dokumentieren und dann noch einen Abschnitt hinzugefügt und einige redaktionelle Ergänzungen vorgenommen.

· "Wir sind, aber wir haben uns nicht, also werden wir erst" - ein kleiner Essay über philosophisches Denken

Der Essay entstand im Sommer und Frühjahr 2007. Verknüpft mit zwei weiteren Essays über Poesie und Politik wurde er zu einem Kernstück meines zunächst 2008 abgeschlossenen und dann 2013 ergänzten und redaktionell überarbeiteten eBooks "Unter dem Brennglas - im weiten Gedankenflug. Essyas, Kurzprosa und Lyrik im Epochenbruch." Er bündelt gewissermaßen meine philosophischen Selbstverständigungen zu dem Zeitpunkt, zu dem ich begonnen habe, mich langsam aus meinen langjährigen wissenschaftlichen Arbeitszusammenhängen als empirischer arbeitsforscher heraus zu orientieren.

Rubrik Politik

· Thesen zur Europa-Krise für den FNPA-Workshop am 15. 08. 2013

Das Thesenpapier wurde für den FNPA-Workshop "Subjektkonstellation für eine alternative europäische Politik" verfasst. Ergebnisse des Workshops sind auf der Homepage des FNPA (www.FNPA.eu) dokumentiert.

· Neu: Europa-Krise und Gute Arbeit in Europa - Thesen und Fragen zur Vorbereitung der FNPA Jahrestagung 2014

Die Thesen und Fragen wurden als ein Beitrag zur Vorbereitung auf die FNPA-Jahrestagung 2014 "Arbeitspolitik in Europa" geschrieben (Berlin, 11./12. 04. 2014). Die Tagungsankündigung und vermutlich auch ein Thesenpapier der Vorbereitungsgruppe finden sich auf der Homepage des FNPA, auf der die Tagung sehr bald auch wieder dokumentiert werden wird.

· Neu: Sport als Spiegel der Gesellschaft und Risse in der Schein- und Gegenwelt des Fußballs - die Unterhaltungsindustrie des Sports angesichts gesellschaftlicher Krisenprozesse

Der Aufsatz ergab sich im Zuge meiner intensiveren Beschäftigung mit Helmuth Plessner - und dabei auch mit seiner Sportsoziologie. Er bezieht sich auf verschiedene aktuellere Entwicklungen und erscheint sozusagen passend zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Er wurde im Spätsommer 2013 geschrieben und ich habe ihn zunächst einer sozialwissenschaftlichen Zeitschrift zur Veröffentlichung angeboten. Er wurde nicht angenommen, weil er "eher einen politischen und gesellschaftskritischen Zuschnitt" habe und außerdem nicht hinreichend fachwissenschaftliche, hier also sportsoziologische Literatur berücksichtige. Dieser zweite Einwand wird m.E. der Intention des Aufsatzes nicht gerecht.

Ich bin somit in den beiden letzten Jahren bereits drei Mal mit Aufsatzangeboten an den gleichen Kriterien gescheitert (zu politisch, nicht hinreichend differenziert in Bezug auf ein eng abgestecktes sozialwissenschaftliches Artefakt). Da ich nicht beabsichtige, den politischen und gesellschaftskritischen Zuschnitt meiner Aufsätze zurückzunehmen bzw. für das Passieren des Nadelöhrs spezialwissenschaftlicher Artefakte den Verzicht auf solche Ansprüche in Kauf zu nehmen, richte ich mich nunmehr verstärkt darauf ein, eventuelle neue Aufsatzproduktionen nur noch auf dieser Homepage einzustellen.

Ich hoffe, dass meine an allen diesen Texten sichtbare Produktivität im "Unruhestand" ungebrochen bleibt, und ich werde mich von dem erreichten Stand aus auch zukünftig um stetige Aktualisierungen und weitere Verbesserungen meiner Homepage bemühen. Dem soll die Seite "Aktuelles" weiterhin dienen. Ich werde hier auch zukünftig - ergänzend zu den Hinweisen auf der Startseite - über neue Texte, Veröffentlichungen etc. berichten.

BesucherInnen meiner Homepage, die direkten Kontakt mit mir aufnehmen wollen, finden meine Mailanschrift ja immer noch an entsprechender Stelle.

Helmut Martens

Dortmund 27. 03. 2014

Eintrag vom 8. Mai 2013

Meine Homepage erfreut sich weiter wachsender Aufmerksamkeit. Über 9800 Anfragen, ca. 2450 Besuche und über 5250 heruntergeladene Texte in den letzten zwölf Monaten finde ich nicht so ganz schlecht - jedenfalls gemessen am Maßstab der i.d.R. doch durchaus begrenzten Auflagen von wissenschaftlichen Fachpublikationen. Da meine Produktivität bislang unter dem "Unruhestand" nicht leidet, eher ist das Gegenteil der Fall, werde ich mich von dem erreichten Stand aus um weitere Verbesserungen bemühen. Dem soll diese Seite an Stelle der bisherigen Besucherseite dienen. Ich werde hier weiterhin mehrmals jährlich - ergänzend zu den Hinweisen auf der Startseite - über neue Texte, Veröffentlichungen etc. berichten.

BesucherInnen meiner Homepage, die direkten Kontakt mit mir aufnehmen wollen, finden meine Mailanschrift ja immer noch an entsprechender Stelle.

Neue Buchpublikationen in 2013

Neben dem Hinweis auf zwei erschienene Aufsätze (siehe Bibliographie: Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden) und Texten zum Download (siehe Texte) möchte ich die BesucherInnen meiner Homepage auf zwei neue Buchveröffentlichungen aufmerksam machen, die in diesem Frühjahr, zwei Jahre nach dem Ende meiner Erwerbstätigkeit, neu erschienen bzw. gerade im Erscheinen begriffen sind:

Das erste der beiden Bücher

Unter dem Brennglas - im weiten Gedankenflug

Essays, Kurzprosa und Gedichte im Epochenbruch

habe ich bei Amazon als eBook veröffentlicht (Als Manuskript 145 Seiten, 4,90 €). Es setzt meine literarisch-essayistische Textproduktion von neuem fort, die in den letzten Jahren weitgehend liegen geblieben war.

Das zweite Buch

Anschlussfähigkeit oder politische Subjektivierung

Zur grundlagentheoretischen Fundierung anwendungsorientierter Arbeitsforschung

Eine auch persönliche Bilanz

(250 Seiten, 29,90 €) ist im Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster für den Mai dieses Jahres angekündigt. Ich ziehe darin, im Blick nach vorne eine Bilanz meiner wissenschaftlichen Arbeit in knapp 38 Jahren an der sfs Dortmund.

Beide Bücher sind aus unterschiedlichen, einmal wissenschaftlich eingreifenden und einmal literarisch-essayistisch beobachtenden Perspektiven Auseinandersetzungen mit den tiefgreifenden Umbrüchen unserer Zeit. Zu beiden Veröffentlichungen finden sich auf der Home-Seite, auf der außerdem neue Aufsätze und Texte zum Download vermerkt sind, Links zu Leseproben oder näheren Hinweisen.

An das Zweite der beiden Bücher schließt sich ein weiteres Buchprojekt unter dem Arbeitstitel

"Politische Subjektivierung und neues zivilisatorisches Modell"

an, zu dem die Arbeiten mittlerweile weitgehend abgeschlossen sind. Die Veröffentlichung wird sich vermutlich noch eine Weile hinziehen. Unter den Texten zum download ist aber mit dieser Aktualisierung ein Aufsatz eingestellt, der parallel zur Erstellung des Buchmanuskripts entstanden ist und schon etwas mehr als einen Vorgeschmack liefern kann.

Helmut Martens

Dortmund 08. 05. 2013

Eintrag vom 1. Dezember 2012

Meine Homepage erfreut sich inzwischen einer gewissen Aufmerksamkeit. Ca. 5.300 Anfragen, 2000 Besuche und 3200 heruntergeladene Texte im laufenden Jahr finde ich nicht so ganz schlecht – jedenfalls gemessen am Maßstab der i.d.R. doch durchaus begrenzten Auflagen von wissenschaftlichen Fachpublikationen. Da meine Produktivität bislang unter dem "Unruhestand" nicht leidet, eher ist das Gegenteil der Fall, werde ich mich von dem erreichten Stand aus um weitere Verbesserungen bemühen. Dem soll diese Seite an Stelle der bisherigen Besucherseite dienen. Hier werde ich zukünftig mehrmals jährlich - ergänzend zu den Hinweisen auf der Startseite - über neue Texte, Veröffentlichungen etc. berichten.

BesucherInnen meiner Homepage, die direkten Kontakt mit mir aufnehmen wollen, finden meine Mailanschrift ja immer noch an entsprechender Stelle.

"Selbsttäuschungen, Täuschungen und Lügen der herrschenden TINA-Politik und die Geschichtsvergessenheit ihrer sozialdemokratischen Kritiker"

Der unter diesem Titel unter "Texte/Arbeit und Politik" eingestellte Text ist ein vornehmlich politikwissenschaftlicher Beitrag zur Analyse der tiefen Krise des Wohlfahrtsstaats und sozialen Bürgerschaft (Balibar). Ich habe den Aufsatz im Herbst 2012 der PVS angeboten. Das man mit solchen Angeboten nicht immer Erfolg hat, ist normal – meine Quote bei den sogenannten "referierten Zeitschriften" liegt in den letzten sechs Jahren bei vielleicht 3 von 15. Bemerkenswert an der jüngsten Ablehnung war aus meiner Sicht allerdings die Begründung der Herausgeber: Ihre Zeitschrift sei der Ort für politikwissenschaftliche, nicht aber für politische Aufsätze. Ich wollte sie, zusammen mit meiner Erwiderung, den Besuchern meiner Homepage, die vielleicht auch an dem Text Interesse haben, nicht vorenthalten und habe sie deshalb bis zur "Generalinventur" meiner Homepage Anfang 2015 dem Text zum download vorangestellt.

"Wissensarbeit und eine neue Politik der Arbeit"

Der Text - ebenfalls unter "Texte/Arbeit und Politik" - entstand im Zuge von Vorarbeiten zu einer kleineren Konzeptstudie, mittels derer ich gerne das fortgesetzt hätte, was 38 Jahre lang den Kern meiner beruflichen Arbeit ausgemacht hat: anwendungsorientierte empirische Arbeitsforschung. Meinen Bemühungen war leider kein Erfolg beschieden. Die Thesen am Schluss dieses Textes sollen demnächst in einer Zeitschrift erscheinen. Ich denke aber, dass die ausführlichere Aufarbeitung des Standes der Forschung für KollegInnen, die konzeptionell und empirisch am Themenfeld Wissensarbeit weitermachen, von Interesse sein könnte.

Ich selbst werde in der absehbaren Zukunft nicht mehr empirisch arbeiten, sondern mich stattdessen stärker mit grundlagentheoretischen Fragen beschäftigen. Ich denke, dass ich dazu bei der nächsten Aktualisierung meiner Homepage mit ersten Veröffentlichungen und Texten aufwarten kann.

Helmut Martens

Dortmund 01.12. 2012